Turmführer Alfons Rath hört nach neun Jahren auf

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Alfons Rath, Wolfgang Lazer und Vikar Tobias Kiene (von links) vor dem Eingang zum Turm. Nach neun Jahren wird Rath seine Turmführer-Karriere beenden. Mit den Führungen ist jedoch nicht Schluss: Wolfgang Lazer und Peter Hering werden die Aufgabe übernehmen.

Balve - Der Turm der St. Blasius-Kirche hat es in sich – Alfons Rath weiß das ganz genau. Seit 2008 hat sich der Balver der Aufgabe angenommen, dort Führungen durchzuführen.

Unserer Zeitung gibt er Einblicke hinter die dicke Turmtür und erzählt, was ihn seinerzeit motivierte, sich mit diesem verborgenen, aber auch sehr interessanten Teil der Pfarrkirche zu beschäftigen.

„Als zu dieser Zeit der Kirchturm von außen renoviert wurde, habe ich mir gedacht, dass sich auch das Innenleben sehen lassen kann.“ Im nur wenige Schritte von der Kirche entfernten Pfarrarchiv informierte sich Alfons Rath über die Turm-Geschichte. Und als Mitglied vom Bauverein St. Blasius bot er Ende 2018 seine erste Führung an.

Unterschiedlich hohe und teilweise ausgetretene Treppenstufen machen schon die ersten Schritte in dem etwa 1480 erbauten Turm zu einem Erlebnis. Eng ist die Wendeltreppe, das Licht ist hell genug, den Weg zu erkennen. Kinder, aber auch Erwachsene sind begeistert, wenn sie sich auf eine Reise in eine Zeit begeben, in der der Kirchturm ein Wehrturm war und der Bevölkerung Schutz bot. Die Verteidigung erfolgte durch die Schießscharten. Alfons Rath lässt unterwegs aber auch Zeit, nach dem ersten Aufstieg zur Ruhe zu kommen, indem er ausgewählte Exponate wie eine alte Kirchturmspitze zur Hand nimmt und über diese berichtet.

Nach dem ersten Aufstieg können die Besucher kurz verschnaufen und etwas über ausgewählte Exponate lernen.

Die Route führt die Besucher weiter hinauf in die ehemalige Kapelle, wo während der Belagerungen Gottesdienste stattfanden. Auch ein Blick in den Dachstuhl der alten Kirche wird gewährt. Gut zu Fuß muss Jeder sein, der diese Zeitreise unternehmen möchte, denn der Weg ist uneben und teilweise auch steil. Auch eine alte Holztreppe gehört dazu, über die das alte Uhrwerk von 1921/22 zu erreichen ist. Hoch hinaus geht es in den Glockenstuhl. Alfons Rath erklärt, dass 1942 alle sechs Glocken abgegeben werden mussten. Zwei von ihnen und eine Uhrenglocke wurden vom Glockenfriedhof in Lünen zurückgeholt. 1946 / 47 wurden vier Neue angeschafft. Auch der Bericht über den Absturz der Blasius-Glocke bei der Montage ist interessant. Über die Orgelbühne findet der Rückweg statt.

„So eine Führung kann 15 Minuten dauern oder eine Stunde“, so Alfons Rath. „Das hängt vom Interesse der Besucher ab.“ Er nimmt sich Zeit für jede Frage, gerne gibt er sein Wissen weiter. Gesammelt hat er dieses über die Jahre in einem dicken Ordner, den er auch bei den diesjährigen Turmführungen am Sonntag, 10. Dezember, um 11.45 und 13 Uhr wieder mit dabei haben wird. Für ihn ist es dann das letzte Mal, die vielen Stufen machen sich bemerkbar: „Es geht auf die Knie.“ Doch wegfallen sollen die Führungen keinesfalls: Wolfgang Lazer und Peter Hering, beide Vorstandsmitglieder im Bauverein, möchten sich dieser Herausforderung stellen.

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