Letzter Arbeitstag für Kämmerer Schmidt

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Stadtkämmerer Reinhardt Schmidt geht am Montag in den wohl verdienten Ruhestand. ▪

BALVE ▪ „Mir wird immer vorgehalten, ich hätte einen Igel in der Tasche – das ist für mich eine Auszeichnung“, fasste Reinhardt Schmidt (63) seinen Beruf als Kämmerer für die Stadt Balve zusammen. „Ich bin fest davon überzeugt, dass wir im Rathaus die Treuhänder der Gelder sind, die uns die Bürger zur Verfügung stellen.“

Gerne hätte der Mellener am Ende seiner Dienstzeit einen ausgeglichenen Haushalt vorweisen können, doch hätten die Sozialabgaben dies unmöglich gemacht. Heute hat Reinhard Schmidt seinen letzten Arbeitstag, ab dann nimmt er Resturlaub bis zu seinem offiziellen Ausscheiden aus dem öffentlichen Dienst am 31. Januar.

Angefangen hat seine Karriere 1972 als Kreis-Assistent-Anwärter bei der Kreisverwaltung in Arnsberg. Ab dem 4. Dezember 1974 war er im Balver Rathaus zunächst als Stadtsekretär eingesetzt, später als Obersekretär. In Hagen hat Reinhard Schmidt sechs Semester Verwaltung studiert, und war ab 1981 als Diplom-Verwaltungswirt für die Hönnestadt im Einsatz. „Über 20 Jahre war ich im Hauptamt tätig“, blickt er zurück. „Seit Januar 2005 war ich Kämmerer.“

Die äußeren Rahmenbedingungen seien es gewesen, die Balve so tief in die roten Zahlen gezogen hätten, meint er: „Der Sozialstaat frisst uns die Haare vom Kopf.“ Um die Dinge wieder ins Lot zu bringen, seien Steuererhöhungen an der Stelle, wo die Einnahmen sprudeln, unerlässlich. Er rechnet sich gute Chancen aus, dass die Mehreinnahmen von den erhöhten Grundsteuern A und B sowie der Gewerbesteuer dazu beitragen können, „bis 2016 unseren Schuldenstand gegen Null zu fahren“. Dies sei auch in seiner Amtszeit ein erklärtes Ziel gewesen: „Dabei habe ich versucht, immer die Politik mit ins Boot zu nehmen.“ Nachfolgende Generationen sollten auf keinen Fall mit Schulden belastet werden.

Seine Stelle, die Kämmerei, die Soziales und Ordnung vereint hatte, wird ab dem 1. Februar aus den eigenen Reihen von drei Leuten besetzt: Christiane Scherfke wird zuständig sei für Ordnungsamt und Soziales, Hans-Jürgen Karthaus übernimmt die Leitung der Stadtfinanzen für Stadtwerke und Rathaus, Ralf Runte wird Leiter der Finanzverwaltung für den Haushaltsplan und die Kämmerei.

Reinhardt Schmidt räumt heute nach Dienstschluss seinen Schreibtisch, und blickt gerne auf die hier verbrachte Zeit zurück. Jetzt will er seine neue Freiheit genießen: „Urlaub machen, Wandern, Radfahren, Haus und Garten, vor allem aber Zeit mit dem Enkelkind verbringen.“ ▪ jk

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