Balver Waldbauern können Kyrill jetzt abhaken

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Diplom-Forstingenieur Rahmi Atalay erläuterte anhand einer Übersichtskarte den Verteilungsschlüssel für die Erlöse aus dem Holzverkauf.

LEVERINGHAUSEN ▪ Im Januar 2007 wütetet der Orkan Kyrill über ganz Europa. Er forderte nicht nur Todesopfer, sondern verursachte auch erhebliche Sachschäden. Im Sauerland wurden vor dreieinhalb Jahren große Teile des Waldbestandes zerstört. Für die Waldbesitzer folgte eine schwere Zeit, unter die seit Mittwoch wenigstens die Balver unter ihnen einen finanziellen Schlussstrich ziehen können.

4,6 Millionen Euro haben die großen Mengen an Sturmholz bei Verkäufen eingebracht. Viel Geld, das von der Forstbetriebsgemeinschaft Balve in einem gemeinsamen Pool gesammelt wurde. Nun galt es, das Geld an die einzelnen Waldbesitzer wieder auszuzahlen.

Hierfür zogen sie den Balver Diplom-Forstingenieurs Rahmi Atalay zurate. Er errechnete einen Schlüssel, wie das Geld aus dem Pool ausgezahlt werden konnte. „Zunächst musste ich mir mit Karten erst einmal einen Überblick verschaffen, welcher Waldbesitzer mit welcher Fläche betroffen war“, erklärte Atalay am Mittwoch bei der Jahreshauptversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft Balve in Levringhausen. Um den Schlüssel gerecht zu gestalten, habe er viele Umstände berücksichtigt. Atalay: „Die durchschnittlichen Preise, das Alter und die Qualität der Bestände, die bei der Holzernte entstandenen Schwierigkeiten und die Kosten für die Wegebaumaßnahmen haben bei der Rechnung eine Rolle gespielt.“ Am Ende dieser Rechnung standen dann die Ergebnisse, die Kassierer Heinz Schulte, der sich von Atalays Verfahren „begeistert“ zeigte, am Mittwoch in einem geschlossenen Umschlag an die Waldbesitzer verteilte.

Vorher beschloss die Versammlung der Forstbetriebsgemeinschaft jedoch noch bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen die Auflösung des Pools. Vorsitzender Bernward Lösse zeigte sich danach erleichtert: „Wir sind froh, Kyrill endlich einmal abhaken zu können und bedanken uns bei allen Beteiligten“, sagte er. Die Versammlung erwiderte die Worte von Lösse mit einem warmen Applaus und war sich einig, dass der Vorstand in den vergangenen drei Jahren „fantastische Arbeit“ geleistet habe. Für den Vorsitzenden war das jedoch eine Selbstverständlichkeit: „Wir haben es schließlich zum Wohl unseres Waldes getan, auch wenn es nicht immer einfach war!“ ▪ jok

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