Balver Tourismusbranche hat Nachholbedarf

Frank Wasmuth und Jürgen Meller (2. und 3. v.l.) von der SGV-Abteilung Balve präsentierten beim Wirtschaftsforum ein druckfrisches Exemplar der neuen Balver Wanderkarte. Links im Bild: Thomas Weber, Geschäftsführer von Sauerland-Tourismus, der der Balver Tourismusbranche Nachholbedarf in Sachen Zertifizierung attestierte.

BALVE ▪ Ein großes Lob für Balve gab es von Thomas Weber: „Sie haben gute Voraussetzungen, nachhaltig wahrgenommen zu werden.“ Der Geschäftsführer von Sauerland-Tourismus, einem Zusammenschluss von 43 Städten, Gemeinden und Tourismusvereinen, zog dieses Fazit nach seinem Vortrag „Wandertourismus und Fahrradtourismus als Wirtschaftsfaktor für die Stadt Balve.“

50 Teilnehmer folgten Webers Ausführungen beim 8. Wirtschaftsforum, zu dem das Stadtmarketing Balve als Ausrichter und die Vereinigte Sparkasse im Märkischen Kreis als Hausherr eingeladen hatte. Dort erfuhren sie, dass sich das Sauerland als eine Folge des demografischen Wandels verstärkt auf ältere Gäste einstellen sollte. Tourismusmanager Weber: „Praktizieren wir einen volkstümlichen, bürgernahen Tourismus! Wir brauchen uns nicht für unsere Heimat zu schämen.“ Vielmehr sollten die Lebensqualität und Natur in den Vordergrund gestellt werden. „Auch wenn weder Goethe noch Luther hier zu Gast waren, kann mit anderen Vorzügen geworben werden“, stellte der Touristikfachmann heraus. „Kraftorte oder Ruheorte gibt es hier genügend.“ Dem Gast soll nach Webers Vorstellung eine „Sehnsucht nach dem Sauerland“ vermittelt werden. Diese „Sauerlandisierung“ könnte mit Produkten aus der Region wie mit Fahrrädern, Leuchten oder auch der Küche geschehen. Nicht zu unterschätzen sei die Internet-Präsenz. 50 Plattformen gebe es, auf denen das Sauerland in den verschiedensten Darstellungen zu finden sei.

Balve selbst könnte mit seiner „guten Wander-Grundausstattung“ und einer „guten Radwege-Grundausstattung“ werben. Diese Auszeichnungen wurden vom Sauerland-Tourismus-Team nach eingehender Auswertung der Gegebenheiten vergeben. Um darauf aufzubauen, sollten Ehrenamtler integriert werden. Außerdem riet Weber den Balvern, die Tagestouristen ernst zu nehmen.

Nur haben diejenigen, die länger bleiben, nicht das Gefühl, in zertifizierten Häusern übernachtet zu haben. 21 Betriebe gebe es, keiner sei allerdings entweder nach dem Standard der Dehoga, Service-Q Deutschland, Qualitätsgastgeber Wanderbares Deutschland oder Bett & Bike ausgezeichnet worden.Weber: „Sterne werden aber immer wichtiger für den Gast“.

Viele Arbeitsaufträge nahm Hubertus Mühling als Aufsichtsratsvorsitzender des Stadtmarketings mit in sein Büro. „Wir werden Tourismus neu definieren müssen“, verwies er auf das Gemeinschaftsprojekt, in dem Stärken erkannt, optimiert und koordiniert werden müssen.

Ein Beispiel stellte die SGV-Abteilung Balve vor. Frank Wassmuth als Vorsitzender und Jürgen Meller als sein Stellvertreter erläuterten die neue Wanderkarte für den Raum Balve, die druckfrisch erstmals vorgestellt wurde. Erhältlich sein wird sie ab Ende April. ▪ JK

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