Balver „Stolperstein“ erinnert an David Bondy

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Die Zehntklässler der Hauptschule haben dafür gesorgt, dass es auch in Balve einen „Stolperstein“ gibt. Er erinnert an David Bondy, eines der Opfer des NS-Regimes. Gestern Morgen wurden Stein und Gedenktafel befestigt. J

BALVE ▪ Seit gestern gibt es in Balve einen „Stolperstein“. Die von Gunter Demnig 1993 initiierte und ab 2000 in Deutschland und Europa umgesetzte „Aktion Stolpersteine“ erinnert in der Hönnestadt mit Stein und Gedenktafel an den jüdischen Mitbürger David Bondy.

Mit dem Schicksal Bondys hat sich die Klasse 10 A 2 der Hauptschule beschäftigt. Unterstützt von Lehramtsanwärter Alexander Beste begaben sich die Schüler im Geschichtsunterricht auf Spurensuche nach Menschen, die Opfer der Ideologie in der NS-Zeit wurden. Sie wurden fündig: David Bondy, geboren 1868, wohnte an der Hauptstraße 37, und wurde 1942 – so die Recherchen der Jugendlichen – in das jüdische „Altenheim“ nach Unna gebracht. Im selben Jahr wurde er im Konzentrationslager Theresienstadt ermordet.

Unterstützung fanden die Schüler nicht nur im Pfarrarchiv, sondern auch bei Gunter Demnig. Der Künstler erinnert an die Opfer des NS-Regimes, indem er vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing in die Bürgersteige einlässt. Inzwischen liegen diese „Stolpersteine“ in über 500 Orten Deutschlands und in mehreren Ländern Europas. „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“, sagte Gunter Demnig, der in Balve bei der Steinlegung anwesend war.

9,6 x 9,6 Zentimeter groß ist der „Stolperstein“ aus Messing, zehn Zentimeter tief wurde er in den Boden eingelassen. „Hier wohnte David Bondy Jg. 1868 Jüdisches „Altersheim“ ermordet 1942 in Theresienstadt“, so lautet der Text, den die Schüler gemeinsam entworfen haben, und der nun im Bürgersteig zu lesen ist. Wer den Blick schließlich wieder nach oben richtet, der erfährt weiteres über das Schicksal der Balver Familie Bondy: Durch eine Tafel, die in Augenhöhe angebracht ist.

Die stellvertretende Bürgermeisterin Helga Rath, Schulamtsleiter Michael Bathe, Werner Ahrens von der Heimwacht, Schul-Leiterin Ulrika Scholder und Klassenlehrer Klaus Volmert nahmen mit den Schülern an dem Abschluss der Aktion teil. Gunter Demnig betonte: „Mit diesem Stein vor dem Haus wird die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten.“ Dies sei sein Ziel, zu dem die Balver Jugendlichen beigetragen hätten. ▪ jk

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