Balver Rat spielt in der Schulpolitik auf Zeit

SPD-Fraktionschef Cay Schmidt

BALVE ▪ In Balve wird es vorerst keine Arbeitsgruppe geben, die sich mit Weiterentwicklung des Schulangebotes befassen wird. Einen entsprechenden Antrag der SPD-Fraktion hat der Stadtrat am Mittwochabend mit den Stimmen der CDU bei Enthaltung der UWG abgelehnt.

Die Sozialdemokraten hatten nach den schulpolitischen Entwicklungen in der Nachbarstadt Neuenrade angeregt, in Balve eine Arbeitsgruppe aus Politikern, Schulvertretern, Bürgern und Stadtverwaltung zu bilden, die verschiedene Optionen zur Weiterentwicklung des Schulangebotes in Balve untersuchen soll. Nachdem der Stadtrat in seiner letzten Sitzung am 3. November noch beschlossen hatte, die Entwicklung in der hiesigen Schullandschaft zu beobachten, um dann gegebenenfalls entsprechende Schritte einzuleiten, war nur drei Wochen später im Ausschuss Schule, Kultur, Soziales, Sport der Ruf nach einer Resolution laut geworden, die den Erhalt der jetzigen Balver Schullandschaft zum Inhalt haben sollte. Schon in der Ausschusssitzung hatte die SPD davor gewarnt, allzu früh Tatsachen zu schaffen, und sich stattdessen dafür ausgesprochen, sich so lange wie möglich andere Optionen offen zu halten. Diese Forderung wiederholte SPD-Fraktionschef Cay Schmidt noch einmal und zog den Arnsberger Schulexperten Ernst Rösner vom Institut für Schulentwicklung an der TU Dortmund als Argumentationshelfer heran. Der hatte kürzlich in einem Zeitungsartikel eine schulpolitische Möglichkeit für Balve aufgezeigt: Eine Gemeinschaftsschule, die zusammen mit der geplanten Gemeinschaftsschule in Neuenrade eine gemeinsame gymnasiale Oberstufe anbietet.

Bei der CDU-Fraktion stieß das SPD-Vorhaben aber am Mittwochabend auf strikte Ablehnung. In dem angedachten Arbeitskreis stimmten die Mehrheitsverhältnisse nicht mit dem politischen Kräfteverhältnis überein, monierte CDU-Ratsherr Johannes Schulte. Darüber hinaus existiere in der CDU-Fraktion schon lange ein Arbeitskreis Schule, der sich auch regelmäßig beraten lasse, insofern sehe er keinen Bedarf für eine weitere Arbeitsgruppe, so Schulte. Sein Fraktionskollege Tobias Müller hielt die von der SPD geforderten Arbeitsgruppe sogar für nicht mehr als ein Kaffeekränzchen, weil sie keinerlei Entscheidungskompetenz habe.

Nicht ganz so hart ging die UWG mit den Sozialdemokraten ins Gericht, Zustimmung gab es aber auch von der Wählergemeinschaft nicht. „Die Idee an sich ist ja nicht schlecht, aber man sollte nicht den zweiten Schritt vor dem ersten tun“, meinte UWG-Ratsherr Heinrich Stüeken. Jetzt gehe es darum den Eltern, die über die schulische Zukunft ihrer Kinder zu entscheiden hätten, Hilfestellung zu geben. Die Einrichtung einer Arbeitsgruppe könne sie nur verunsichern, so Stüeken, der sich dafür aussprach, das Ergebnis des Anmeldeverfahrens im Februar abzuwarten und dann weitere Überlegungen anzustellen. ▪ vg

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