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SPD will Nutzungsgebühren für Sportler abschaffen

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Von: Julius Kolossa

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Das Hallenbad an der Murmke ist ein Balver Sorgenkind. ARCHI
Das Hallenbad an der Murmke ist ein Balver Sorgenkind.. © KOLOSSA

Es hätte vergangene Woche eine harmonische Sitzung des Ausschusses für Ehrenamt, Schule, Digitalisierung, Soziales sein können. Wurde sie aber nicht, denn CDU-Ratsherr Theodor Willmes warf dem SPD-Mann Sven Paul bei der Beratung über den Haushaltsplanentwurf vor, er könne keinen Haushalt lesen.

Balve – Es ging um die Begründung seines Antrags, aufgrund der guten Haushaltslage die Nutzungsgebühren der Vereine für Sportplätze und Sporthallen von 7000 Euro auf Null zu setzen.

Danach kippte die Stimmung, und es wurde still im Ratssaal. Die Ratsmitglieder saßen sich stumm gegenüber, bis Lorenz Schnadt von der UWG das Schweigen brach. Er erinnerte daran, auf persönliche Angriffe zu verzichten, und er forderte den Ausschussvorsitzenden Marco Volmer auf, auf die Einhaltung des guten Tons zu achten. Immerhin war erst wenige Minuten vorher von allen drei Fraktionen übereinstimmend der von Kämmerer Hans-Jürgen Karthaus erstellte Haushaltsplanentwurf für 2023 gelobt worden. Und dieser sieht einen Überschuss in Höhe von etwa 67 000 Euro aus; dabei kommt Balve ohne Gebührenerhöhungen für Wasser und Kanal aus. Eine Kreditaufnahme für alle anstehenden Investitionen in Höhe von insgesamt 16 Millionen Euro ist im nächsten Jahr nicht notwendig.

Da konnte Ratsherr Sven Paul durchaus von einer angemessenen Haushaltslage ausgehen, die den Sportvereinen finanziell entgegenkommen sollte. Er selbst äußerte sich nicht zur Äußerung von Theodor Willmes. Durchsetzen konnte sich die SPD nicht mit ihrem Antrag zur Abschaffung der Nutzungsgebühr gegen die Mehrheit von CDU und UWG. Immerhin seien die Zuschüsse für die Sportvereine im vergangenen Jahr vom Rat erhöht worden (Alexander Schulte, CDU), und der Nutzungsbeitrag außerdem ein Beitrag für die Werterhaltung (Robin Vorsmann, CDU). Und auch Lorenz Schnadt fand keinen Anlass dafür, zuzustimmen. Immerhin seien im vergangenen Jahr für die Vereine auch Coronahilfen geflossen. „Für eine Abschaffung der Nutzungsgebühr sehe ich keinen Anlass.“

Im weiteren Verlauf dieser Sitzung beauftragte man einstimmig den Stadtrat damit, ein Interessenbekundungsverfahren für den Bau einer Kindertageseinrichtung auf dem Gelände der ehemaligen Hauptschule durchzuführen, und sich auf die Suche nach einem Träger dafür zu machen. Es wurde zur Kenntnis genommen, dass in den drei Grundschulen ab dem nächsten Schuljahr insgesamt fünf Eingangsklassen gebildet werde. Andrè Flöper, zuständiger Sachbearbeiter: „In Balve gehen 44 Kinder zur Schule, so dass zwei Klassen gebildet werden, während in Beckum 27 Schüler in eine Klasse gehen. Und in Balve sind 52 Mädchen und Jungen gebildet, so dass hier auch wieder in zwei Klassen unterrichtet werden kann.“

Murmke-Bad: Keine Hilfe aus Altena

Neues gibt es aus dem Hallenbad an der „Murmke“ zu berichten. Michael Bathe, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, wies darauf hin, dass das benötigte Material für die Sanierung der Hallendecke eingetroffen sei. „Wir arbeiten jetzt mit Hochdruck daran, unser Hallenbad wieder freigeben zu können.“ Nach wie vor habe die Stadtverwaltung den von der Politik im Frühjahr gegeben Arbeitsauftrag auf dem Tisch, einen Kooperationspartner in den benachbarten Städten für die Bereitstellung eines Fachangestellten für Bäderbetriebe zu finden.

Denn in Balve muss das Hallenbad geschlossen werden, wenn die hierfür angestellte Fachkraft krank wird oder aber Urlaub hat. Ersatz steht dann nicht bereit. Man hatten im Rathaus sehr auf Hilfe aus Altena gesetzt, doch diese Kooperation hätte sich kurzfristig zerschlagen. „Wir bemühen uns, diesen Auftrag umzusetzen - aber es wird nicht einfach.“

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