Balver Realschüler lernen Berufswelt kennen

+
Lara Prior ist eine von mehreren Neuntklässlern der Realschule Balve, die derzeit ein Praktikum bei der Firma Rickmeier absolvieren.

Balve - Für die Neuntklässler der Realschule Balve steht jedes Jahr in den Wochen vor Ostern das Betriebspraktikum auf dem Stundenplan.

Diesmal informierten Nina Fröhling, Schulleiterin, und Olaf Weber, Berufsorientierungsberater im Lehrerkollegium, über den Verlauf. Mit 59 Schülern (38 Jungen, 21 Mädchen) mache diesmal ein kleiner Jahrgang einen Ausflug in die Berufswelt. 

„Neben den klassischen Berufen wie Industrie-, Einzelhandelskaufmann oder auch Mechatroniker, sind diesmal einige Schüler als Bestatter, Orthopädieschuhmacher und Vermesser tätig“, berichtete Nina Fröhling im Rahmen eines Ortstermins beim Balver Pumpenhersteller Rickmeier. 

Es seien diesmal weniger soziale Berufe wie Erzieher, Krankenpfleger oder Physiotherapeut angestrebt worden: „Dafür hat sich in den vergangenen Jahren jeweils eine große Anzahl der Schüler interessiert.“ Inzwischen seien aber mehr Handwerksberufe gefragt – dieser Entscheidung konnte Olaf Weber nur Gutes abgewinnen. „Es muss nicht immer das Abitur und danach ein Studium sein“, meinte er. „Nach ersten praktischen Erfahrungen beim Tagespraktikum in der 8. Klasse, hat jeder Schüler die Gelegenheit, in der 9. Klasse über einen längeren Zeitraum für sich zu entscheiden, ob der dann ausgewählte Beruf passen könnte.“ 

Raphael Fiedler hat diese Erfahrung schon einige Tage gemacht: Er entscheid sich für sein Praktikum gegen die Stelle als Industriemechaniker und für die Arbeit als Zerspanungsmechaniker bei Rickmeier. Damit stieß er bei Ralf Blumenkamp, Ausbilder im Unternehmen für gewerblich-technische Berufe, und Michael Volmer, Ausbildungsleiter, auf Verständnis. Sie lassen den Jugendlichen seitdem unter Aufsicht an Dreh- und Fräsmaschine mitarbeiten. 

Finn Roland hat an der Tätigkeit des Industriemechanikers Gefallen gefunden. Beide Realschüler stellten in der Lehrwerkstatt des Unternehmens bereits einen Schraubstock her. Im Büro der Produktdesigner entwirft Lara Prior geometrische Körper in 3D-Modellen. „Ein interessanter Beruf“, sagt sie dazu. „Man kann was machen.“ 

Der frühe Beginn bereitet Probleme 

Die drei Schüler wirken so, als währen sie überzeugt, „ihren“ Beruf schon jetzt gefunden zu haben. Sie fühlten sich gut aufgehoben in ihren Abteilungen – auch wenn der frühe Arbeitsbeginn (7 Uhr) und das viele Stehen noch gewöhnungsbedürftig seien. 

Nach den Osterferien beginnt für sie wie für ihre Klassenkameraden der Schulalltag wieder. Lehrer Olaf Weber wusste zu berichten, dass in den vergangenen Jahren die Jugendlichen nach dem Praktikum immer einen „Schwung Motivation“ mit in die Schule gebracht hätten. „Sie sind deutlich zielorientierter geworden“, fügte er hinzu. 

Ob sich das diesmal in mehr abgeschlossenen Ausbildungsverträgen widerspiegelt, wird sich zeigen. Die Schulleiterin jedenfalls hatte bei zurückliegenden Abschlussjahrgängen bis zu 70 Prozent der Abgänger ausgemacht, die weiter auf eine Schule gehen wollen. „Für diesen Jahrgang aber gehe ich durchaus von mehr Auszubildenden als bisher aus“, wagte sie eine Prognose.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare