Ratsmitglieder reagieren auf Regeneinsätze im Juli

Erste Maßnahmen zum Dorfentwicklungskonzept konnten in der Ratssitzung präsentiert werden. - Foto: Kolossa

Balve - 91 Liter pro Quadratmeter wurden am 28. Juli in eineinhalb Stunden gemessen, erklärte Bürgermeister Hubertus Mühling bei der Ratssitzung. Damit kam Balve im bundesweiten Ranking der stärksten Regenereignisse auf den 3. Platz. Außergewöhnlich sei dies schon gewesen, betonte Mühling – es sei einem 100-jährigen Hochwasser ziemlich nah gekommen.

Von Julius Kolossa

Auf die Tagesordnung der Ratssitzung kam das Thema durch die UWG, deren Fraktionsvorsitzender Lorenz Schnadt darum bat, die damalige Situation darzustellen und weitere Maßnahmen für die Verbesserung des Hochwasserschutzes zu erläutern.

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Zunächst gab es viel Lob für die Feuerwehr und die anderen Hilfsorganisationen, die während des „Starkregenereignisses“ am 28. Juli im Einsatz waren.

Mühling führte aus, dass nach Ansicht von Meteorologen demnächst feuchtere Sommer bevorstehen würden. Wann es wo genau wie stark regnen werde, sei schlecht vorhersehbar, weil die Niederschläge nur punktuell abregnen werden.

Stadtbrandinspektor Frank Busche rief noch einmal die Ereignisse in Erinnerung. 18.34 Uhr war der erste Alarm im Stadtgebiet erfolgt; zunächst in der Halle, dann in Langenholthausen.

Nach 30 Einsätzen sei dann Stadtalarm für die Feuerwehren und das THW ausgerufen worden. 107 Leute seien im Einsatz gewesen. Für den Grundschutz der Stadt Balve, zum Beispiel bei einem zeitgleich auftretenden Brand oder Verkehrsunfall, hatte die Feuerwehr-Neuenrade bereit gestanden.

Letzter Einsatz war um 22 Uhr gewesen, um 23.54 Uhr hatten die Helfer ihre Arbeiten beendet. Hinter ihnen hatten 47 Notrufe und 40 Einsätze gelegen.

Ausgerückt waren die Einsatzkräfte überwiegend zu Wasser in Gebäuden, aber auch zu Sturmschäden sowie einem Hangabrutsch in Balve-Süd. Mit Sandsäcken der Feuerwehr-Hemer war das Eindringen von Wasser an vielen Stellen verhindert. Inzwischen liegen in Balve 1000 gefüllte Sandsäcke für solche Notfälle bereit.

Frank Busche merkte an, dass während des Einsatzes der Meldekopf im Feuerwehrhaus-Balve nicht ausreichend mit Materialien wie Flipcharts versehen gewesen sei. Entsprechende Mittel seien im neuen Haushaltsplan vorgesehen.

Technisch aufgewertet werde auch der Funkraum, wobei der Digitalfunk dabei im Mittelpunkt stehe. In Sachen Ausstattung der Fahrzeuge gab der Wehrleiter an, dass die Tauchpumpen nicht ausreichend seien.

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Nicht geeignet sei die normalerweise für den Innenangriff vorgesehene Einsatzkleidung für solches Wetter. Nass werde diese doppelt so schwer wie normal. Auch dafür sah der oberste Balver Feuerwehrmann Handlungsbedarf.

Nicht erforderlich war seiner Meinung nach der Stadtalarm am Dienstag, 29. Juli, gewesen. Dieser sei nach der 1. Alarmierung um 20.44 Uhr erfolgt; es wurden aber nur neun Einsätze verzeichnet.

Das Problem für Balve, stellte der Bürgermeister fest, sei der natürliche Landabfluss bei starkem Regen. Die Kanalisation schlucke nur ein gewisses Maß trotz des in Balve gut ausgelegten Kanalnetzes. Inzwischen hätten einige Eigentümer auch erforderliche Rückstausicherungen nachgerüstet, die Abhilfe versprechen würden.

Für Rettungskräfte, betonte Mühling, sei die Ausstattung das Maß der Dinge. Das Leitungsnetz selbst lasse sich nicht weiter optimieren.

Video vom Unwetter in Balve

Auch das Dorfentwicklungskonzept beschäftigte noch einmal den Rat. Mühling wies darauf hin, dass erste Maßnahmen für Volkringhausen, Eisborn, Langenholthausen, Garbeck und die Innenstadt Balves erarbeitet und mit Bezirksregierung und Bevölkerung abgestimmt seien. Über das Leader-Projekt mit Arnsberg, Sundern und Neuenrade werde am 10. Dezember umfangreich informiert.

93 von 96 Anmeldungen an den drei Balver Grundschulen lägen bereits vor, berichtete Michael Bathe im weiteren Verlauf der Ratssitzung. An den Standort Balve kommen 46 neue Erstklässler, nach Garbeck 24 und Beckum 23.

Heinrich Stüeken (UWG) nutzte sein Recht, nicht als Ratsmitglied, sondern als Bürger in der Einwohnerfragestunde nach dem versprochenen Runden Tisch für die Schulpolitik sowie die Einbeziehung der Balver in die Windkrafträder-Diskussion zu fragen.

Hubertus Mühling wies zunächst auf den Schulentwicklungsplan, dann auf einen für Dezember geplanten Informationsabend für Eltern und danach auch einen Runden Tisch hin.

Auch die Windplanung war Thema in der Ratssitzung. Nach einem Oberverwaltungsgerichts-Urteil war sie erst einmal still gelegt worden. Inzwischen sei die Zeit reif für neue Vorgaben, die im nächsten Ausschuss für Umwelt, Planung, Bau angesprochen werden. Allgemein gelte es, rechtssichere Grundlagen herzustellen. Die Bevölkerung werden beim Flächennutzungsplan beteiligt.

Einstimmig fiel im Rat die Entscheidung, dem Technikspielplatz „Kleine Luise“ (wir berichteten) zuzustimmen, ebenso der 2. Satzung zur Änderung der Satzung über die Erhebung von Beiträgen nach § 8 KAG NRW für straßenbauliche Maßnahmen der Stadt Balve (Eckgrundstücke), und der überordentlichen Prüfung der Zahlungsabwicklung der Stadt durch die Gemeindeprüfungsanstalt. Auch dem Jahresabschluss 2013 wurde zugestimmt.

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