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Balver Malteser feiern 60-jähriges Bestehen: Ein Mann ist seit dem ersten Tag dabei

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Von: Julius Kolossa

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Geschenk zum 60-jährigen Bestehen: Johanna Gräfin von Brühl überreicht Markus Ickler eine Holztafel mit dem Leitspruch der Malteser.
Geschenk zum 60-jährigen Bestehen: Johanna Gräfin von Brühl überreicht Markus Ickler eine Holztafel mit dem Leitspruch der Malteser. © Kolossa, Julius

„Hier beim Malteser Hilfsdienst in Balve gibt es viele Helfer, die neue Ideen für den Dienst am Nächsten mit einbringen“, sagte Johanna Gräfin von Brühl.

Die stellvertretende Diözesanleiterin der Malteser für die Diözese Paderborn nahm am Samstag aus einem besonderen Grund an der Jahreshauptversammlung der heimischen Malteser teil.

„Dass die Balver Malteser zugleich ihr 60-jähriges Bestehen feiern, ist ein Beweis für die gute Zusammenarbeit zwischen Jung und Alt“, sagte von Brühl. Neben einer Holztafel als Geschenk, auf der in Deutsch und lateinischer Sprache „Bezeugung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen“ zu lesen ist, hatte die stellvertretende Diözesanleiterin auch lobende Worte mitgebracht: „Ihr seid eine großartige Mannschaft.“

Dies bestätigte Rudolf Rath im Gespräch mit der Redaktion. Der 78-jährige gründete vor 60 Jahren die Balver Ortsgruppe des Malteser Hilfsdienstes (MHD). „Der damalige Dechant Josef Löcker bat mich und meinen Freund Lothar Pultar, eine Ortsgruppe zu gründen.“ Qualifiziert für diese Aufgabe waren die Freunde durch ihre Funktionen als Gruppenleiter beim Deutschen Roten Kreuz. „Und wir waren als einzige katholisch“, erinnerte sich Rath an die in Frage kommenden Kandidaten.

1961 gründete Rudolf Rath (Siebter von links) die Ortsgruppe der Malteser in Balve. Jetzt wurde er zusammen mit weiteren Maltesern für langjährige Mitgliedschaft geehrt.
1961 gründete Rudolf Rath (Siebter von links) die Ortsgruppe der Malteser in Balve. Jetzt wurde er zusammen mit weiteren Maltesern für langjährige Mitgliedschaft geehrt. © Kolossa, Julius

Viel Arbeit, die Rath „gerne gemacht“ hat

Rath blieb den Maltesern bis heute treu – und steckte mit seinem Engagement sogar die Kolpingsfamilie Balve an, aus deren Reihen viele Mitgliedschaften entstanden sowie eine Malteser-Jugendarbeit und eine Mädchengruppe. „Es gab in dieser Zeit sogar fünf Ehen, die im MHD geschlossen wurden“, erzählte Rath. Für ihn war die Anfangszeit mit viel Arbeit verbunden, „die ich gerne gemacht habe“. Weil er einen Ausbilderschein für Erste Hilfe hatte, gab er sein Wissen in Schulen und Vereinen weiter, leistete Dienste bei Reitturnieren in Wocklum und bei Fußballturnieren in der Stadt und auf den Dörfern.

Rudolf Rath hat aber auch Pflegedienste im ehemaligen St.-Marien-Hospital (heute Gesundheitscampus) geleistet, Ausbildungsarzt Dr. Berthold Leusmann bei Operationen assistiert, den Krankenwagen bei Einsätzen gefahren und vor Ort Erste Hilfe geleistet. Rund fünf Jahre dauerte diese „sehr spannende Zeit“, in der der MHD Balve den ersten Katastrophen-Sanitätszug im Regierungsbezirk Arnsberg stellte. „Wir waren dafür ausgebildet“, berichtete Rath von einem hohen Qualitätsstandard. Mittlerweile gehört Balve mit zur 3. Einsatzeinheit der Bezirksregierung Arnsberg mit einem eigenen Fahrzeugpark, zu dem ein Mannschaftstransporter, ein Einsatzleitwagen und ein Motorrad gehören.

Ortsgruppe hat 135 Mitglieder

Die Balver Malteser haben aktuell 135 Mitglieder (darunter 32 Passive) sowie 467 Fördermitglieder. Im Rahmen der Versammlung wurde Rudolf Rath für 60-jährige Mitgliedschaft geehrt. Jeweils seit 30 Jahren dabei sind Mark Stadelhofer, Dirk Stadelhofer und Maik Fürth. Jasmin Budde ist seit zehn Jahren Mitglied. Auf der Tagesordnung standen auch Wahlen. Helfervertreter im Ortsvorstand sind Mark Stadelhofer und Maik Fürth, stellvertretende Helfervertreter Dirk Stadelhofer und Matthias Bräutigam. Als Delegierte für die Diözesanversammlung gewählt wurden Markus Ickler, Raimund Neuhaus, Kristine Stadelhofer und Jasmin Budde, stellvertretende Delegierte sind Elke Schmitz und Lara Budde. Pastor Christian Naton übernimmt von Tobias Kiene die Aufgabe als Ortsseelsorger.

Besondere Ehrung

Rudolf Rath war fünf Jahre lang bis 1966 als Ortsbeauftragter und Zugführer tätig. Danach studierte er Sozialpädagogik und war im Anschluss bis zum Renteneintritt im Jahr 2004 als Diplom-Sozialarbeiter in Iserlohn tätig. Den Maltesern blieb er in all den Jahren aber immer treu. Deshalb wurde Rath am Samstag mit einer Urkunde und dem Jubiläumsabzeichen als „besonderes Zeichen der Anerkennung und Dankbarkeit“ gewürdigt, sagte der MHD-Stadtbeauftragte Markus Ickler bei der Ehrung.

Ickler leitete eine Versammlung, in der sich in den Berichten der Abteilungen zeigte, dass die Arbeit in der Corona-Pandemie nicht gelitten hat. „Es ist toll, dass alle Helfer dabeigeblieben sind“, sagte die stellvertretende Stadtbeauftragte Kristina Stadelhofer, die auch als Ausbildungsleiterin für Notfallvorsorge zuständig ist. In der Ausbildung, im Besuchs- und Begleitdienst, dem Parkinson-Gesprächskreis, dem IT-Seniorentreff und in der Jugendarbeit finden inzwischen wieder Präsenzveranstaltungen anstelle von Online- oder Telefonkonferenzen statt.

Menüservice: Verstärkte Nachfrage

Einen Beitrag zur Versorgung der Balver leistet nach wie vor der seit 1978 bestehende Menüservice. „Dieser ist ein Teil der kritischen Infrastruktur“, sagte Geschäftsführer Raimund Neuhaus. Im Jahr 2020 wurden insgesamt 7625 Menüs ausgeliefert, im laufenden Jahr bislang knapp 5500. „In den letzten Wochen verzeichnen wird wieder eine verstärkte Nachfrage“, sagte Neuhaus.

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