60 Balver Mädchen brechen in Männerdomänen ein

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Laura Müller (l.) und Burcu Yasa (r.) feilten, sägten und meißelten bei Rickmeier, bis aus Aluminiumblech kleine Klappstühle entstanden waren, die als Handy-Halter dienen können.

BALVE ▪ Mehr als 60 Balver Mädchen haben sich am Donnerstag am bundesweiten Girls‚ Day beteiligt. An diesem Tag hatten sie die Gelegenheit, einmal Berufe kennen zu lernen, die normalerweise Männern vorbehalten sind.

So erkundeten Naike Klüppelberg, Janina Hahn, Lorena Benvenuto, Susanne Ahrend, Cecile Masermann, Marie Hennecke, Celina Langer und Larissa Keitsch das Kalkwerk Sanssouci. Mit Betriebsleiter Markus Struwe unternahmen sie zunächst einen Rundgang durch das Steinbruchgebiet, später durften sie auch auf den riesigen Muldenkippern mitfahren.

Nicht ganz so spektakulär war der Arbeitsplatz, den Eva Lofing und Daria Tokarew ausprobierten. Im Autohaus Levermann durften sie ebenso wie Laura Gerhardt und Sophia Leutz im Autohaus Bichmann an den Fahrzeugen den Ölstand und den Reifendruck kontrollieren und gegebenenfalls korrigieren.

In der Firma Paul Müller in Garbeck lernten Lena Eberhardt, Sarah Greissel, Julia Heichel, Zehra Kuzulu, Verena Gertchen und Laura Scharf auf fast spielerische Weise, wie die Mechaniker und Schreiner des Herstellers für Transportverpackungen ihr Geld verdienen: Sie fertigten aus Holz ein kleines Schlüsselbrett an.

Ähnlich erging es Lura Müller, Andrea Tomeczek, Melika Sahin und Burcu Yasa in der Firma Rickmeier. Nach einem Rundgang durch die Produktionshallen des Garbecker Pumpenherstellers feilten, sägten und meißelten die Mädchen in der Lehrwerkstatt an Aluminiumblechen, die sie anschließend zu einem kleinen Handy-Halter in Form eines Klappstuhls zusammenbauten. Bei Rickmeier sind Frauen zumindest in der Produktion tatsächlich wahre Exoten: Nur zwei der insgesamt rund 150 Stellen sind hier mit Frauen besetzt.

Hier gibt's eine Fotostrecke vom Girls' Day:

Girls' Day in Werdohl, Neuenrade, Balve

Bei dem Treppenbau-Unternehmen Wortmann in Garbeck versuchten Marescha Eifler, Jessica Szudlo, Leonie Mikles und Lisa-Marie Dahl herauszufinden, ob ihnen das Arbeiten mit Holz Spaß machen könnte. Dazu produzierten sie ein Solitär-Spiel, das sie als Andenken an den Girls’ Day sogar mit nach Hause nehmen durften. „Es hat Spaß gemacht, mit Holz zu arbeiten. Außerdem war es auch interessant, zu sehen, wie die Treppen hergestellt und verarbeitet werden“, bilanzierte Marescha Eifler anschließend.

Bereits im Rahmen des Realschulprojekts „Partner für Schüler“ hatten die beiden Schülerinnen Clara Drilling und Anika Schwermann Kontakte zum Hotel Antoniushütte knüpfen können. So gab es am Donnerstag in der Küche keine Berührungsängste zwischen Mädchen und Küchenpersonal. Die beiden Achtklässlerinnen unterstützen das Team unter Anleitung von Koch Florian Gallist. Rund 250 Essen mussten vorbereitet werden, da kam Langeweile gar nicht erst auf. Der Beruf Koch interessiere sie sehr, erklärte Clara. Darüber freute sich die Hotelchefin Britta Spiekermann. Der Beruf Koch sei meist noch den Männern vorbehalten, sagte sie. Clara und Anika ließen sich jedoch von den Herausforderungen wie dem Tragen schwerer Kochtöpfe nicht abschrecken.

Clara Drilling (l.) und Anika Schwermann bereiteten in der Antoniushütte mit Koch Florian Gallist und seinem Küchenteam rund 250 Essen zu.

Anstrengend war der Tag für die 13-jährige Sophia Schmidt und die 14-jährige Katja Schulz. Die beiden Hauptschülerinnen schnupperten in der Zimmerei Baumeister in den Beruf des Zimmermanns und fuhren bereits morgens um sieben Uhr mit „auf den Bau“. Während Katja in Dortmund lernte, wie ein Dach verschalt wird, half auch Sophia hoch oben auf einem Dach in Iserlohn und später in Schwerte bei den Vorbereitungen für die nachfolgenden Arbeiten der Dachdecker. „Der Tag hat mir gut gefallen und ich hatte auch keine Probleme auf dem Dach. Aber als Beruf kann ich mir das nicht vorstellen“, zog Sophia am „Feierabend“ ihr Fazit. Zimmermann Mark Brinkschulte, der Sophia in seiner Obhut hatte, schien zufrieden. „Bei nur einem Tag in einer Zimmerei heißt es allerdings nur zuschauen, denn auf dem Bau ist es auch sehr gefährlich“, erklärte er.

Für viele der Mädchen endete der Girls‘ Day trotz der teilweise anstrengenden Tätigkeiten dennoch vergnüglich: Im Fitnesstreff im Garbecker Gewerbegebiet Braukessiepen fand zum Ausklang erstmals ein Workout statt. Da konnten die Mädchen ihre Erlebnisse des Tages dann bei sportlicher Betätigung  austauschen. ▪ vg/uba

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