Balver Krippe: So aufwendig wird das Stadtmodell restauriert

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Sie haben die Balver Krippe wieder auf Vordermann gebracht: (von links): Herbert Sonnabend, Gerald Hesse und Alfons Blumenkamp.

Balve – Bislang schon zehn Donnerstage haben die Balver Alfons Blumenkamp, Gerald Hesse und Herbert Sonnabend gebraucht, um in der Alten Winterschule die Balver Krippe von Carl Cordes wieder auf Vordermann zu bringen.

Mit Pinseln wurde der Staub zwischen den Schindeln und dem Gebälk entfernt. Schadhafte Stellen wurden ausgebessert. 

„Das Projekt hat viel Zeit in Anspruch genommen“, sagte Gerald Hesse, der auch die Rückwände der einzelnen Häuser mit kleinen Steinen beklebte und die Felsen aus Styropor baute. Auch landschaftlich hat die Krippe ein ganz neues Aussehen erhalten. Dafür war Alfons Blumenkamp zuständig. 

Flussläufe und Hügel aus Styroporplatten

So schnitzte er aus Styroporplatten Flussläufe und Hügel, die später mit Farbe bemalt und mit Pflanzenwuchs beklebt wurden. „Das ist eine Mordsarbeit, aber ich mache es gerne. Ich habe schon bei den Eisenbahnfreunden Hönnetal auf unserer Anlage das Hönnetal landschaftlich und mit Gebäuden aus der Region nachgebaut“, sagte Blumenkamp. Herbert Sonnabend bemalte mit ruhiger Hand Fläche für Fläche dieser Krippenlandschaft. 

Bis zum Balver Weihnachtsmarkt am zweiten Adventswochenende, 7./8. Dezember, hofft das Trio die Krippe fertig restauriert zu haben. Dann nämlich soll sie erstmals wieder ausgestellt werden. Viele Balver dürften die Krippen von Carl Cordes noch kennen, der sie bis zu seinem Tod 2003, jedes Jahr in seinem Wohnzimmer aufstellte. Schon als Jugendlicher bastelte Cordes an seiner Krippe. 

Als Jugendlicher mit der Arbeit an der Krippe begonnen

Diese zeigte das Geschehen der Heiligen Nacht in seiner Heimatstadt Balve. So baute er viele Gebäude wie die St.-Blasius-Pfarrkirche, die Luisenhütte, die frühere Altentagesstätte, die Mädchenschule und die Piuskapelle nach. Natürlich durfte auch die Stadtmauer nicht fehlen. So schuf er in gut 30 Jahren ein Gebäude nach dem anderen, für die er das ganze Jahr über kleine Kieselsteine, Strohhalme, Moos und Rinde suchte. 

Stets im Herbst fing er mit dem Basteln an. Cordes baute die Rohbauten aus Sperrholz, schnitt aus Rinde kleine Schindeln, die er auf das Dach klebte. Bei der Stadtmauer und einigen Gebäuden zieren viele kleine Steine die Mauern. Es war das Lebenswerk von Carl Cordes, für das er bis in die späten Abendstunden in seinem Keller bastelte. 

Aufbau immer einige Wochen vor Weihnachten

Jedes Jahr begann er schon Wochen vor Weihnachten die Krippe in seinem Wohnzimmer aufzubauen. Für den Hintergrund hatte er ein schwarzes Tuch, in das er kleine Löcher schnitt und dahinter Lichterketten befestigte. Diese Lichterketten strahlten durch das Tuch als wäre es der Sternenhimmel. 

Rund um die Häuser und den Stall gestaltete er die Landschaft mit Moosen, Sträuchern und Felsen. Immer an Heiligabend kamen die Figuren in die Krippe, als letzte Figur stets das Jesuskind.

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