Bierdurst endet vor Gericht

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Balve/Menden – Ein offenbar übermächtiger Durst auf Bier ließ einen Mann aus Balve zum Einbrecher werden – und schließlich im Amtsgericht Menden einen Platz auf der Anklagebank finden. 

Dort zeigte sich der Angeklagte allerdings sofort geständig.

Es war der 15. Januar dieses Jahres, als der Mann auf dem Weg in die Hönnestadt einen Freund traf. Im Zug von Menden nach Balve unterhielten sich die beiden unter anderem darüber, dass der Freund noch Gerstensaft bei sich zu Hause hatte. Die beiden Männer trennten sich in Balve schließlich – und der Angeklagte gönnte sich zu Hause erst einmal eine 0,7-Liter-Flasche Wodka. Die war allerdings recht schnell leer – folglich musste aus seiner Sicht Nachschub her.

Da fiel dem Balver ein, dass sein Freund ja etwas von einem Biervorrat erzählt hatte. Der Angeklagte musste nicht lange überlegen und begab sich direkt zur Wohnung des Kumpels. Diesen traf er dort jedoch nicht an. Nur das Bier im Kopf entschied der Balver offenbar, dass die Anwesenheit des Freundes gar nicht so wichtig sei. Schließlich wollte er ja lediglich seinen Durst stillen.

Also brach er kurzerhand in die Wohnung seines Kumpels ein. Wie erhofft fand er den ersehnten Gerstensaftvorrat dann auch vor. Eine Flasche öffnete und leerte der Mann noch direkt vor Ort. Fünf weitere steckte er dann in einen Rucksack des Freundes und verließ dessen Wohnung wieder. Weit kam er jedoch nicht – die Polizei erwischte den Balver. Somit bekam der Kumpel wenigstens noch fünf Flaschen Bier und seinen Rucksack im Wert von etwa 15 Euro zurück.

Übel nah der Geschädigte dem Angeklagten das Ganze allerdings nicht. Ein Alkoholtest brachte zutage, dass der Angeklagte zur Tatzeit immerhin 2,7 Promille intus hatte. Das wirkte sich insoweit auf die Urteilsfindung aus, als dass das Gericht zum Tatzeitpunkt von einer verminderten Schuldfähigkeit ausging. Damit verringerte sich die für einen Wohnungseinbruchsdiebstahl übliche Mindeststrafe von einem Jahr auf drei Monate. Aufgrund einiger Eintragungen im Vorstrafenregister verurteilte die Richterin den Balver allerdings schließlichh zu fünf Monaten Haft und setzte diese Strafe zur Bewährung aus.

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