Dauerstress für die Honigproduzenten

Balver Imker warnt: Milde Winter verursachen große Probleme für Bienen

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Wilfried Gerken ist der Vorsitzende des Balver Imkervereins. Gerken ist seit mittlerweile 60 Jahren begeisterter Imker.

Garbeck – Einige Sorgen treiben den Bienenexperten Wilfried Gerken aus Balve um. Der Klimawandel, der immer mildere Winter in die Region bringt, setzt den Bienen zu. Und dies ist nur eine von mehreren Herausforderungen für die Honigmacher.

„Es interessieren sich wieder mehr Leute für die Natur“, weiß Wilfried Gerken. Als Vorsitzender des Imkervereins Balve steht er in Kontakt mit seinen Vereinsmitgliedern, aber auch den umliegenden Imkervereinen: „Unsere Vereine bekommen mehr Zuwachs.“ In Balve stieg die Mitgliederzahl zuletzt um zwei auf jetzt 23 Mitglieder an. „Gleichzeitig erhöhte sich die die Zahl der Bienenvölker von 90 auf 130“, sagt Gerken.

Bei bis zu 30 000 Bienen je Volk im Winter und bis zu 70 000 im Sommer sind dies beeindruckende „Mitgliederzahlen“. Wilfried Gerken schmunzelt: „Ja, diese Zahlen können sich sehen lassen.“ Ihm gehören 20 Völker, denen er seine Freizeit gerne widmet. Aufgewachsen im Rheinland, fand Gerken früh Gefallen an diesem Hobby, an dem schon sein Vater Interesse hatte.

Vor 60 Jahren trat Wilfried Gerken ein in einen Imkerverein am Rhein. 1977 zog der heute 70-Jährige mit seiner Familie in die Hönnestadt, gehört seitdem dem Imkerverein Balve an. „Bienen sind interessant, sie sind sehr fleißig. Man kann in den Urlaub fahren und die Tiere bei guter Organisation der Bienenstöcke sich selbst überlassen. Zudem bekommen wir Imker noch einen schönen Ertrag für den Frühstückstisch“, zählt Gerken die Vorteile seines Hobbys auf.

Der „Ertrag“ beläuft sich je nach Volk auf zehn bis 40 Kilogramm Honig im Jahr. Mit dem aktuellen Bestand ist der Imker zufrieden, sei doch die Überwinterung sehr gut verlaufen. Aber einige Sorgen treiben den Bienenexperten doch um: „Nachtfröste können den Raps und das Obst in der Blüte schädigen. Wenn es zu trocken ist, finden die Bienen keinen Nektar in den Blüten, wenn es zu warm ist, kommen die Tiere nicht zur Ruhe.“

So sind für die Imker eigentlich kühle Winter wichtig, um ihre Völker ausruhen zu lassen und auch eventuell Behandlungen durchführen zu können. Noch immer setze den Imkern die Varroamilbe zu, die für flugunfähige und schwache Bienen verantwortlich sei. Noch gebe es kein Gegenmittel, sodass nur regelmäßige Kontrolle helfen könne, den Schaden so gering wie möglich zu halten.

Und die zuletzt zu warmen Winter – die Tiere sind im Dauerstress, weil die höheren Temperaturen sie ständig motivieren, weiter auszufliegen und Nektar zu suchen – werden zunehmend zum Problem. Wilfried Gerken: „Jetzt, wo die Winter immer kürzer werden, müssen wir als Imker daran denken, die Völker gleichmäßig kühl zu stellen, damit sie endlich mal zur Ruhe kommen können.“

Jetzt, wo alles wieder grünt und blüht, setzt Gerken auf einen Standort in Waldnähe: „Ich hoffe auf eine gute Honigernte aus Himbeere und Brombeere.“ Dafür sollen seine fleißigen und stechfaulen Sammler sorgen.

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