Balver Höhle wird zum größten Irish Pub der Region

BALVE ▪ Nach einem fulminanten Beginn des 9. Irish Folk & Celtic Music Festivals in der Balver Höhle am Donnerstagabend, an dem rund 1900 Folkfans im größten Irish Pub der Region feierten, fanden auch am Freitag und Samstag mehr als 2000 Musikbegeisterte den Weg in den Felsendom. Von Christian Paul

Moderator und Sänger Sean Reeves freute sich, diejenigen, die zum ersten Mal das Festival erleben wollten, aber auch die, die sich seit Jahren auf den Weg ins Sauerland machen, zu begrüßen.

Eine bunte Mischung an Musikern hatte der Festspielverein Balver Höhle auch in diesem Jahr verpflichten können. Deutsche Bands, die sich der irischen Musik verschrieben haben, begeisterten das Publikum ebenso wie die aus Irland und Schottland eingeflogenen Künstler. Für den richtigen Einstieg in einen langen Abend sorgten am Freitag Celtic-Chakra. Der Band fehlte bis kurz vor dem Auftritt allerdings der Geiger, da er ausgefallen war. Doch hier zeigte sich die Spontanität und das kollegiale Miteinander der Musiker. Michael Neumayer setzte sich kurz vor dem Auftritt mit den Mitgliedern von Celtic-Chakra zusammen und sorgte somit für eine komplette Besetzung.

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Irish-Folk-Festival in der Balver Höhle

Ohne Bühne aber dafür mit der Garantie für Gänsehaut kamen die „1st Sauerland Pipes and Drums“ aus. Die Männer und Frauen mit ihren Dudelsäcken und Trommeln beeindruckten nicht nur musikalisch. Optisch waren die Musiker aus Iserlohn ein großer Farbtupfer in Balve.

Nicht nur die Bands aus Deutschland, Irland und Schottland machten das Festival in der Höhle zum Irisch Folk Festival, das für viele Fans inzwischen ein fester Termin im Jahreskalender ist. Auch das frisch gezapfte Guinness oder Kilkenny und die „Fish and Chips“ ließen das Wochenende zu einem Inselerlebnis werden.

Am Freitag waren die deutschen Bands mit der Liebe zur irischen oder keltischen Musik in der Überzahl. Hier sorgte die Connemara Stone Company für einen temporeichen Abschluss des zweiten Tages, nachdem die irische Formation Tailteann und die schottische Paul McKenna Band das Publikum begeistert hatten.

Der Großteil der Besucher hatte einen mehr oder weniger langen Weg nach Hause – und einige musste nur wenige Meter zum Nachtlager gehen. Sie hatten es sich auf einer Wiese vor der Höhle bequem gemacht und fanden ihr Bett oder ihren Schlafsack im Wohnmobil oder Zelt. „Wir kommen seit Jahren nach Balve und freuen uns schon Wochen vorher darauf“, berichtete ein Fan aus Bayern. „Hier kennt man sich und das Wiedersehen ist einfach schön.“

Die Band Irish Stew war neben Craig, die bereits das Opening am Donnerstag spielten, die einzige deutsche Band am Abschlusstag. Hier dominierten die Bands und die Tänzerinnen aus Irland. Die Irish Folk-Formation Rince begeisterten mit ihrem Tanz und sorgten neben den Musikgruppen für einen besonderen Höhepunkte des Abends.

Zu wahren Begeisterungsstürmen ließen sich die Zuschauer hinreißen, als die Kelic Kats ihr Debüt in der Höhle gaben und mit ihren Banjo- und Flötenpassagen beeindruckten. Keine Unbekannten waren Caladh Nua. Sie waren bereits vor drei Jahren zu Gast in der Höhle – da aber noch unter anderem Namen. Viele Besucher freuten sich besonders auf den Auftritt der Kilkennys. Die Band gastierte bereits zum dritten Mal in der Höhle und brachte das Publikum wieder kräftig ins Schwitzen.

Die Erfolgsgeschichte des Irish Folk & Celtic Music Festivals liegt vor allem daran, dass fast 100 freiwillig Helfer Jahr für Jahr für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Bis an den Rand der Erschöpfung haben sich die Mitglieder des Festspielvereins Balver Höhle für ihre Gäste eingesetzt. Die freundlichen Fischfrauen, Thekenmannschaften, fleißigen Helfer in der Küche und Wertmarkenverkäufer – sie alle sind verantwortlich für das Gelingen einer Veranstaltung, die im kommenden Jahr ihr Zehnjähriges feiert.

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