Gelungene Premiere in der Balver Höhle

Froschkönig trifft Rotkäppchen:  Märchenwelt steht Kopf

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Die Mitwirkenden im Musical.

Balve - Begeistert verfolgte das Publikum in der Balver Höhle  die Irrfahrt des tapferen Schneiderleins durch eine völlig verrückte Märchenwelt. Der brachte Ordnung in den "Grimmskram".

Wer schon immer mehr über die verborgenen Beziehungen im Märchenland wissen wollte, ist in der Balver Höhle gut aufgehoben: „Sieben Märchen auf einen Streich“ präsentierte das Ensemble. Die Premiere am Samstag war recht gut besucht.

Ritt durch Grimmsche Märchenwelt

Der Titel trägt doppelten Sinn: Vordergründig spielt es auf jenen Schneider an, der erfolgreich zum Helden wider Willen wird und mit Riesen kämpfen soll, nachdem er lediglich sieben Fliegen auf einen Streich erlegt hat. Doch das Musical in der Höhle zeigt immer neue Wendungen und stürmt durch die Grimmsche Märchenwelt von Dornröschen, Rapunzel, Rotkäppchen, Froschkönig, Schneewittchen, Rumpelstilzchen, Hänsel und Gretel. 

„Er hat wieder Ordnung in diesen Gebrüder-Grimmskram gebracht“, sagt der König (Jörg Leiß), als das tapfere Schneiderlein (Robin Traud) seine schwierige Mission erfolgreich beendet hat. Zwischenzeitlich wollte der angesichts der immer neuen Wendungen schon entnervt das Handtuch werfen: „Ich hätte in meiner Dachkammer bleiben sollen.“ 

Navi zwingt Schneider zum Wenden

Auf der Zielgeraden seines Befreiungskampfes steht ihm jedoch ein Navigationsgerät hilfreich zur Seite: „Bitte wenden!“, rät die Stimme dem Ratlosen, der bald merkt. „Ich glaube, ich habe mich verlaufen!“ Als er zögert, wird das Navi deutlich: „Bitte wenden! Du sollst dich umdrehen, du Dösbaddel!“ 

Verheiratet ist der arme König überraschenderweise mit einer Dame, die als böse Fee aus „Dornröschen“ bekannt ist. Jeannette Borthwick erntete in der Rolle der finsteren Fee selbst beim Schlussapplaus noch Buh-Rufe, weil sie so schön böse gewesen war. Empört zeigten sich die Besucher auch über jene Hexe, die als hungrige Bewohnerin des Knusperhauses Hänsel und Gretel mästet: „Ich muss den Ofen vorheizen. Ich bekomme nämlich Kinder zum Abendbrot.“ Eine grausige Perspektive. 

Etliche Damen zu retten

Verlorene Frauen und andere Wesen, die es zu retten galt, gab es zuhauf. Der arme Schneider ist mit immer neuen Überraschungen konfrontiert, in denen er sich beweisen muss. Rotkäppchen (Kathlynn Kruse) gilt als delinquente Jugendliche, die von zu Hause abgehauen ist und gefunden werden muss. 

Der aus ihrer Geschichte allseits bekannte Wolf (Thomas Riedel) neigt dazu, sich zu überfressen. Er muss deshalb in der Märchenwaldklinik des Prof. Dr. Dr. Schneider mehrere Bauchoperationen über sich ergehen lassen. Was der Doktor dort findet, ist nur zum Teil übereinstimmend damit, was die Originalversion des Märchens sagt. Der Mediziner findet aber auch eine alte Bekannte: „Herzlichen Glückwunsch: Es ist eine Großmutter!“, verkündet er nach dem Kaiserschnitt. 

Gute Unterhaltung auch für Erwachsene

Diese Scherze machen das Märchenspiel auch für Erwachsene zu einem großen Spaß: „Es stimmt: Spiegel-Leser wissen mehr“, stellt der König fest. Und die Zwerge, die verschiedene Dialekte zwischen sächsisch und Kölsch pflegen, zitieren aus „Star Wars“: „May the force be with you.“ Freude machen in der Inszenierung von Marie Neuhaus-Schwermann die Gruppenszenen mit Fliegen, Fröschen und Wölfen, die die Bühne wunderbar beleben. Kostüme und Maske aus den Händen von Carolin Fischer und Christin Gittel tun ihr Übriges für ein vergnügliches Märchenabenteuer, in dem unter der musikalischen Leitung von Markus Kaiser auch viel gesungen wird.

"Sieben auf einen Streich": Hier gibt's die Fotos von der Musical-Premiere in der Balver Höhle

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