1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Balve

Balver haben kein Interesse an Balkonkraftwerken

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Julius Kolossa

Strom für beispielsweise Kühlschrank, Laptop oder Fernsehen lässt sich mit dem Balkonkraftwerk erzeugen.
Strom für beispielsweise Kühlschrank, Laptop oder Fernsehen lässt sich mit dem Balkonkraftwerk erzeugen. © dpa

Die Balver haben bislang praktisch kein Interesse an der Anschaffung finanziell geförderter Balkonkraftwerke. Denn bislang hat die Balver Netzgesellschaft die Förderung erst an drei Bürger ausgezahlt.

Dabei hatte der Stadtrat im Mai einstimmig beschlossen, jährlich die Anschaffung von bis zu 50 Mini-Photovoltaikanlagen mit jeweils 100 Euro zu bezuschussen und dafür insgesamt 5000 Euro bereitzustellen.

Stadtkämmerer Hans-Jürgen Karthaus, der auch Geschäftsführer der Balver Netzgesellschaft ist, nannte diese Zahl am Mittwochabend im Rahmen der Ratssitzung in der Mellener Schützenhalle. „Vorher waren aber 40 Anfragen bei uns eingegangen.“ Warum 37 Interessierte letztlich einen Rückzieher machten – auf diese Nachfrage der Redaktion wusste Karthaus keine Antwort. „Sie geben das Geld eben auf andere Weise aus“, vermutete Karthaus lediglich. Er wies darauf hin, dass weitere Anträge nach wie vor im Rathaus gestellt werden können: „Das Geld steht bereit.“

Bis zu 350 Kilowatt Stunden Strom jährlich

Vielleicht liegt die mangelnde Attraktivität dieses Balkonkraftwerke-Angebots für die Balver daran, dass die Anschaffung einer 300-Watt-Anlage etwa 600 Euro kosten würde. Mit einer solchen Anlage könnten jährlich etwa 350 Kilowattstunden Strom erzeugt werden. Karthaus: „Dies reicht für den Hausgebrauch mit Fernsehen, Kühlschrank oder Laptop, und macht eine Ersparnis von 80 bis 95 Euro aus.“ Diese Rechnung stellte Karthaus bereits bei der Verabschiedung des Angebots im Mai auf. Karthaus wies aber auch bereits seinerzeit darauf hin: „Es gibt keine Einspeisevergütung für die Einleitung ins öffentliche Stromnetz, denn die Kapazität solcher Balkonkraftwerke liegt unter den dafür erforderlichen 1,0 Kilowatt.“

Mit all diesen Informationen werden auch die Antragsteller versorgt, die sich Hoffnung auf eine 100-Euro-Förderung machen. Karthaus: „Das Angebot steht.“

Auch interessant

Kommentare