Mit Mundschutz in die Kirche

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Viel Abstand, Schutzmasken und kein Gesang: Die insgesamt 26 Gottesdienstbesucher mussten sich in der Evangelischen Kirche mit einigen Einschränkungen arrangieren.

Unter strengen Auflagen hat am Sonntag der erste Gottesdienst im Balver Stadtgebiet stattgefunden

Die Evangelische Kirchengemeinde machte den Auftakt mit einer Teilnehmerliste, Mund- und Nasenbedeckung und Handdesinfektion am Eingang zur Kirche. Den Gesichtsschutz hatte jeder der 26 Teilnehmern – auf diese Zahl war der Gottesdienst begrenzt – mitgebracht. 

Damit hielten sich alle an die Anweisungen, die sie bereits bei der Anmeldung erhalten hatten. „Wir halten aber auch einige Masken bereit“, erklärte Presbyterin Jutta Wilmes und verweis auf einige Reserveexemplare, die aber nicht benötigt wurden. 

An Wilmes führte kein Weg vorbei: Jeder, der die Kirche betreten wollte, musste sich bei ihr melden. Die Presbyterin hakte die Namen dann auf der Teilnehmerliste ab. Vor dem Einlass ins Gotteshaus mussten sich die Gläubigen dann noch die Hände desinfizieren. Dazu war ein Desinfektionsmittelspender vor dem Eingang bereit gestellt worden. 

Teilnahme nur mit Anmeldung

„Wir haben uns lange darauf gefreut“, sagten Sandra und Julia Schneider. Thomas Scholz hatte das Glück, für ein angemeldetes, aber nicht erschienenes Gemeindemitglied nachrücken zu dürfen. „Schön, dass ich dabei sei darf“, freute er sich, ergänzte aber: „Obwohl vieles ungewohnt ist.“ So war das Singen nicht erlaubt – und auch die Orgel durfte nicht gespielt werden. Pfarrerin Antje Kastens erklärte diesbezüglich: „Uns fehlt noch die Plexiglasscheibe, mit der die Orgel eingehaust wird.“ Gänzlich auf Musik verzichten mussten die Gläubigen aber nicht: Der CD-Player der Seelsorgerin kam zum Einsatz. 

Musik von der CD

„Vielen Dank für ihr Verständnis in diesen verrückten Zeiten“, bedankte sich die Geistliche bei den Teilnehmern. Dazu gehörte Jonas Becker, mit 14 Jahren einer der jüngsten Gottesdienstbesucher. „Sehr gut“, lobte er den Ablauf, in dem in 35 Minuten alles gesagt worden war. Und dies war ganz im Sinne von Pfarrerin Antje Kastens, die sich liturgisch anders bewegen musste, wie sie im Gespräch erklärte. „Ich sitze sonst in der Gemeinde, musste mich jetzt aber in den Altarraum setzen.“ Von dort war Antje Kastens für alle Teilnehmer sichtbar – und konnte selbst ebenfalls alle Menschen in der Kirche sehen. 

Die Seelsorgerin stellte das Positive in der Zeit der Corona-Krise heraus. Sie erklärte der Gemeinde: „Mir ist zum Jubeln zumute nach sechs Wochen, in denen wir leider zwölf Gottesdienste nicht feiern durften, jetzt aber zum ersten Mal die Osterkerze anzünden dürfen.“ Endlich wurde wieder gemeinsam Gottesdienst gefeiert, das störte es nicht sonderlich, dass Dietrich Bonhoeffers „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ auf einem CD-Player abgespielt wurde. „Nehmt meine Grüße mit nach Hause“, gab die Pfarrerin ihrer kleinen Gottesdienstgemeinde schließlich noch mit auf den Weg. 

„Ja, ich habe die Menschen sehr vermisst“, stellte sie mit Blick auf die zurückliegenden Wochen fest. In Gesprächen mit ihrer Gemeinde habe sie erfahren, dass es dieser ebenso gehe. „Ich nehme heute die Freude mit, wenigstens den in diesem Rahmen zulässigen, kleinen Teil wieder gesehen zu haben.“ Gottesdienstbesucher Thomas Scholz war ebenfalls hoch zufrieden: „Ich bin gerne dabei gewesen.“

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