Balver Fachhandel: Vorstand in der Kritik

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Kritischer Blick: Rolf Biggemann, Daniel Pütz und Markus Müller bekamen auf der Versammlung Kritik von den Mitgliedern zu hören.

Balve - Massiver Kritik aus den Reihen der Mitglieder sah sich der Vorstand des Balver Fachhandels bei der Mitgliederversammlung am Montagabend im Restaurant Zur Höhle ausgesetzt.

Die Versammlung hatten die Verantwortlichen kurzfristig einberufen, um über das neue Ladenöffnungsgesetz und die möglichen Auswirkungen auf den verkaufsoffenen Sonntag am 9. Dezember beim Weihnachtsmarkt zu informieren. 

Diesen könnte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi leicht mit einem Eilbeschluss kippen lassen und somit dafür sorgen, dass die Ladentüren am 9. Dezember in der Hönnestadt geschlossen bleiben. Das sieht zumindest Markus Müller, Beisitzer im Vorstand, so, der sich für den Fachhandel mit den Formalitäten beschäftigt hatte. In der Umgebung seien bereits zehn Verkaufssonntage gerichtlich verboten worden. In Balve könnte der Knackpunkt die räumliche Trennung sein, denn Drostenplatz als Veranstaltungsort für den Weihnachtsmarkt und Hauptstraße als Verkaufsfläche seien nicht identisch. 

Es bleiben noch sieben Wochen Zeit 

Angesichts der noch verbleibenden knapp sieben Wochen schien die Zeit, sich auf dieses Szenario einzustellen, manchen Mitgliedern zu kurz. „Der Sonntag ist nicht rechtssicher“, wiederholte Markus Müller immer wieder. Mehrfach wies er auch darauf hin, dass die Stadt über das neue Ladenöffnungsgesetz vor Kurzem geschult sei. Daraufhin hätte sich Ordnungsamtsleiter Marcus Kauke an den Fachhandel gewandt mit dem Hinweis, sich darauf einzustellen, dass Verdi diese trotz Zustimmung des Stadtrates kippen könne. „Und das kann am Freitag vorher sein“, sagte Müller. 

Vieles blieb auch am Montag im Konjunktiv. Genaues wusste niemand. Fest steht aber, dass der Antrag an die Stadt für einen verkaufsoffenen Sonntag am Weihnachtsmarkt-Wochenende bereits gestellt wurde. 

„Viel zu spät“, wurde dem Vorstand vorgehalten. „Genau rechtzeitig“, hielt dieser entgegen. Müller sagte: „Hätten wir den Antrag im März gestellt, wäre die Rechtslage heute genauso unsicher.“ Verdi versuche verkaufsoffene Sonntage zu verhindern. Und dies mit großem Erfolg. 

Kontrovers und nicht immer sachlich

Kontrovers und nicht immer sachlich wogten die Meinungen 80 Minuten hin und her. Dann zog Vorsitzender Rolf Biggemann einen Schlussstrich unter den ersten von vier Tagesordnungspunkten. Neun Teilnehmer stimmten bei einigen Enthaltungen dafür, den verkaufsoffenen Sonntag von 13 bis 18 Uhr beizubehalten. 

Aufgebaut wird der Weihnachtsmarkt auf dem IBS-Parkplatz und Drostenplatz am Freitag, 7. Dezember. Nach getaner Arbeit soll dort ab 18 Uhr ein Dämmerschoppen stattfinden. Am Samstag, 8. Dezember, sind die Hütten ab 17 Uhr geöffnet, am Sonntag, 9. Dezember, ab 11.30 Uhr. Bisher liegen 14 Anmeldungen vor, teilte der stellvertretende Vorsitzende Daniel Pütz mit. Im Vorjahr waren es 30. Sieben Anbieter hätten Interesse signalisiert, an allen drei Tagen zu öffnen. Anmeldungen sind weiterhin möglich. 

Kaum einfache Mitglieder

Die Fachhändler wirkten nach diesem Diskussionsmarathon erschöpft. Und weil die Zahl der Vorstandsmitglieder, wie schon bei vergangenen Versammlungen, die der einfachen Mitglieder übertraf, stellte Irene Grote fest: „Irgendwie ist die Luft raus.“ Sie war der Meinung, dass die Mitglieder vom Vorstand nicht hinreichend wahrgenommen würden. „Miteinander statt gegeneinander“ solle gearbeitet werden, um mehr Fachhändler zu erreichen. 

Mit dieser Meinung stand die Schuhhändlerin nicht alleine, denn immer mehr Rufe nach „mehr Transparenz“ kamen auf. Diese dürften die gewählten Mitglieder sicher mit in die nächste Vorstandssitzung nehmen. Ebenso wie die offen gebliebene Frage, ob der Balver Fachhandel weiterhin als Veranstaltungsmanager wahrgenommen werden soll, oder sich neu finden muss.

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