Balver Rat entscheidet: Freie Fahrt für OGS

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An der St. Johannes-Grundschule soll ab August die Offene Ganztagsgrundschule eingeführt werden. ▪

BALVE ▪ Eigentlich waren sich die Mitglieder des Stadtrates am Mittwochabend vollkommen einig: Mit Beginn des neuen Schuljahres im August soll an der St. Johannes-Grundschule in Balve ein offenes Ganztagsangebot eingerichtet werden. Trotzdem hagelte es Kritik von UWG und SPD.

UWG-Ratsherr Heinrich Stüken bedauerte, dass in der Stadt Balve erst jetzt eine Offene Ganztagsgrundschule eingerichtet werde, während es dieses Modell in anderen Städten längst gebe. Damals – vor fünf Jahren war die Offene Ganztagsgrundschule schon einmal Thema gewesen – hätte die Stadt nach Stükens Worten noch Landeszuschüsse erhalten können. Dieser Zug ist nun abgefahren. „Jetzt ist auch Balve aufgewacht, aber besser spät als nie“, so Stüken, der dennoch begrüßte, dass es nun auch in der Hönnestadt ein Betreuungsangebot für die Kinder berufstätiger Eltern geben soll.

Die Kritik, die Entwicklung gewissermaßen verschlafen zu haben, wiesen die CDU-Ratsherren Heinz Rapp und Theodor Willmes allerdings entschieden zurück. Damals habe es laut einer Elternumfrage einfach keinen Bedarf gegeben, erinnerten sie. Tatsache ist: Von 700 befragten Eltern hatten sich 2005 nur 20 für das Angebot interessiert. Tatsache ist aber auch: Heinz Rapp hatte damals davor gewarnt, dass ein OGS-Angebot auch kleinere Grundschulen gefährden könnte.

Für SPD-Fraktionschef Cay Schmidt stand jedenfalls gestern fest, dass der CDU vor fünf Jahren der Mut gefehlt habe, die Offene Ganztagsgrundschule einzuführen, weil sie befürchtet habe, die Stadt müsse im Fall des Scheiterns die Landeszuschüsse zurückzahlen. Gestern fehlte im Rat keinem der Mut, die Hand für ein OGS-Angebot zu heben. Einstimmig wurde beschlossen, in Balve eine Offene Ganztagsgrundschule einzurichten und für die Anlaufphase 5000 Euro für die Finanzierung des Mittagessens bereitzustellen. ▪ vg

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