2020 ein gutes Jahr

In Balve werden täglich vier Tonnen Äpfel gepresst

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Klaus Schulte steht an seiner Apfelpresse. Hier verarbeitet er täglich bis zu vier Tonnen Äpfel, die ihm von Sammlern aus der gesamten Region gebracht werden.

Horst – Klaus Schulte hatte am Dienstag kaum Zeit für eine Pause. Immer wieder füllte er Apfelsaft in Fünf-Liter-Schläuche ab, die in Kartons verpackt wurden. Nur ab und zu gönnte sich der Inhaber vom Hof Schulte-Horst einen Schluck Kaffee.

Die viele Arbeit hat einen Grund: „2020 ist ein viel besseres Apfeljahr als 2019. Vor einem Jahr haben wir an zwei Tagen in der Woche gepresst, jetzt sind es sieben“, sagt Schulte. Schon ist der nächste Schlauch voll. Ab damit in den Karton, der von Tobias Mantel entgegengenommen wird. 

„Unsere Familie aus Herscheid ist seit vier Jahren vom Saft aus dieser Apfelpresse begeistert“, erzählt Mantel. Dieses Mal brachte er 1,1 Tonnen an Äpfeln mit. „Daraus machen wir etwa 700 Liter Saft“, hatte Klaus Schulte ausgerechnet. Seit 15 Jahren bietet er zusammen mit Michael Breitsprecher das Konzept „Obst auf Rädern“ an. Mit der Obstpresse sind sie an verschiedenen Stellen im Märkischen Kreis und auch im Hochsauerlandkreis unterwegs, um vor Ort Äpfel zu Saft zu verarbeiten. Dafür eignen sich alle Sorten, weiß er: „Aber die Klassiker, die uns angeliefert werden, sind nach wie vor Boskop und Rote Sternrenette.“ 

Mobile Presse steht nicht still

An diesem Dienstag bleibt die mobile Presse auf dem Hof in der Horst. Seit 6 Uhr am Morgen läuft diese auf Hochtouren, denn die ersten Apfellieferanten hatten sich schon die ganz frühen Termine reserviert. Klaus Schulte hat dafür seine beiden Neffen Linus und Jonas als tatkräftige Helfer engagiert. Unermüdlich legen sie Äpfel nach, die in der Maschine gereinigt und zerkleinert werden. Danach landet das Obst auf der Packpresse; der gepresste Saft wird auf 80 Grad Celsius erhitzt und heiß abgefüllt. 

„Hierdurch wird der Apfelsaft ganz ohne Zusätze für mindestens sechs Wochen haltbar gemacht“, erzählt Schulte. Seit August und noch bis Ende Oktober hat er mit diesem Press- und Abfüllverfahren zu tun. „Dann dauert der Arbeitstag von 6 bis mindestens 18 Uhr.“ 

Kunden müssen mindestens 50 Kilogramm bringen

Etwa vier Tonnen Äpfel werden täglich verarbeitet; die Kunden müssen mindestens 50 Kilogramm mitbringen, aus dem ihr ganz eigener Apfelsaft gepresst wird. Und schon geht es weiter: Der nächste Schlauch ist voll. Auf dem Hof stapeln sich Kisten und Säcke mit Äpfeln. Schulte liebt seinen Beruf, mag aber inzwischen keinen Apfelsaft mehr, wie er mit einem Schmunzeln verrät: „Ich trinke nur noch Mineralwasser und Kaffee.“

Termine auf dem Hof Schulte-Horst gibt es ausschließlich nach vorheriger Anmeldung: www.obst-auf-raedern.de, E-Mail: termin@obst-auf-radern.de, Tel. 02373/39795 40.

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