Balve: Vortrag zur Organspende

Dr. Peter Wohlgemuth zu Gast beim Frauenkreis „Sonnenblume“. - Foto: Kolossa

Balve - Im Jahr 2010 lag die Bundesrepublik Deutschland mit 15,8 Organspender pro einer Million Einwohner weltweit auf Platz 15 – 2013 war es nur noch Platz 22 (10,9 Organspender). Und diese Tendenz sei weiter abnehmend, teilte Dr. Peter Wohlgemuth, Abteilung Anästhesie und Intensivmedizin am St. Elisabeth Hospital-Iserlohn jetzt im Evangelischen Gemeindehaus mit.

Auf Einladung vom Frauenkreis „Sonnenblume“ stellte der Mediziner vor 22 Zuhörern die Notwendigkeit dar, seine Organe anderen Menschen zur Verfügung zu stellen. An zwei Beispielen verdeutlichte er diese: Mehr als 8000 Menschen warten auf eine Nierentransplantation und dies durchschnittlich fünf bis sechs Jahre. „Das sind 850 Dialyse-Behandlungen“, rechnete Dr. Peter Wohlgemuth vor. Bei Patienten mit Erkrankungen an Herz, Leber oder Lunge gibt es dagegen keine Möglichkeit zur Überbrückung der Wartezeit – viele sterben früher.

Dass die Zahl der Organspenden auch nach 2013 noch weiter zurück gehe, sei noch auf den Organspende-Skandal zurückzuführen, aber auch auf mangelnde Entschlussfähigkeit des Einzelnen. Etwa 70 Prozent seien zwar damit einverstanden, ihre Organe zu spenden, aber nur 20 Prozent würden dies mit dem Organspendeausweis auch dokumentieren. Dr. Peter Wohlgemuth: „Jeder sollte sich selbst festlegen, denn sonst wird die Entscheidung auf die Angehörigen abgewälzt.“ - jk

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