Gase treten aus Fabrikhalle aus

Zusammen mit der Werksfeuerwehr der Firma Chemie Wocklum arbeiteten die herbeigerufenen Löschgruppen sofort an der Behebung der Gefahrenlage.

WOCKLUM ▪ Wegen austretender Gase in einer Halle von Chemie Wocklum wurde gestern die Bahnstrecke Neuenrade-Fröndenberg sowie die Hönnetalstraße für mehrere Stunden gesperrt. 65 Feuerwehrleute der Löschgruppen aus Garbeck und Stadtmitte waren im Einsatz. Später wurden Schutzanzüge aus Mellen, Langenholthausen und Menden angefordert.

Mit diesen machten sich Trupps daran, mit Nebel und Sprühstrahl die ausgetretenden Dämpfe zu binden. Der Unfall trat gegen 16.51 Uhr bei der Produktion auf, als eine Leitung für Salpetersäure beschädigt wurde, wie Feuerwehr-Pressesprecher Kai Gaberle berichtete. Die Säure sei daraufhin auf Metall getroffen, worauf Nitrose-Gase freigesetzt wurden. Sofort verließen die Mitarbeiter die Halle, verschlossen Fenster und Türen und riefen die Werksfeuerwehr. Diese holten wenig später die Frewillige Feuerwehr zur Hilfe.

Der Messgerätewagen der benachbarten Feuerwehr aus Neuenrade ermittelten die Konzentration des ausgetretenen Gemisches aus Stickstoffmonoxid und Stickstoffdioxid. Beides sind, laut Atemschutzlexikon, Atemgifte mit Reiz- und Ätzwirkung. Wäre die Mixtur in der Produktionshalle ausgetreteten, so hätte diese tödliche Auswirkungen auf den Menschen gehabt, der sich ohne Schutzkleidung dort aufgehalten hatte. Unter freiem Himmel war die Konzentration unbedenklich für die Gesundheit.

Die Einsatzkräfte waren bis in die Abendstunden damit beschäftigt, die Prduktionsrohre leer laufen zu lassen und die Säure aufzufangen. Bis Redaktionsschluss konnten auch die Sperren der Hönnetalstraße und der Schienenstrecke noch nicht wieder aufgehoben werden. - Julius Kolossa

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