Zu wenig angeforderte Dienstfahrten: DRK Balve verkauft Rettungswagen

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Matthias Maslow (von links), Rainer Schäfer, Patrick-Leonard Loewen und Julian Krämer zeigen zwei der drei Einsatzfahrzeuge, die das DRK Balve schnellstmöglich verkaufen möchte. 

Balve - Im Schnitt nur zwei durch die Kreisleitstelle angeforderte Dienstfahrten im Jahr für den Rettungstransportwagen und den Krankentransportwagen aus der Hönnestadt sind für die Verantwortlichen des Ortsvereins Balve des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) zu wenig.

„Das ist nicht wirtschaftlich“, sagte Vorsitzender Rainer Schäfer am Dienstag während der Jahreshauptversammlung. Deshalb sollen beide Fahrzeuge verkauft und aus dem Erlös ein neuer Rettungswagen angeschafft werden. 

Es lohne sich aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr, die beiden großen Fahrzeuge weiter im Bestand zu führen. Zwar sind sie bei allen 15 vom DRK geleisteten alljährlichen Diensteinsätzen – zum Beispiel auf Festivals – dabei, doch eigentlich sei dies nicht länger erforderlich. Dazu kommen Kosten für Reparaturen, die angesichts des fortgeschrittenen Alters der Fahrzeuge ins Geld gehen. Diese Kosten will das DRK sparen. 

Schon eine hohe Laufleistung

Julian Krämer, Rotkreuzleiter, hatte die Zahlen zu den Fahrzeugen parat: „Der Rettungstransportwagen ist Baujahr 2003, hat etwa 277 000 Kilometer auf dem Tacho. Der Krankentransporter ist Baujahr 2003, ist 133 000 Kilometer gefahren.“ Dazu kommt noch ein von dem Unternehmen Rheinkalk gespendeter Rettungstransporter (Baujahr 2004, 177 000 Kilometer), der allerdings noch auf das DRK Balve zugelassen werden muss. Auch dieser soll verkauft werden. 

Vorreiter ist Balve im DRK-Verbund mit Menden und Schwerte, denn die Mitglieder aus der Hönnestadt stimmten dafür, die DRK-eigenen Soziale Dienste gGmbH in den Ortsverband zu integrieren. Dazu gehören 120 Beschäftigte in Lendringsen, Schwerte und der Tagespflege in Balve. In diesen drei Einrichtungen wird ein Jahresumsatz von 3,5 Millionen Euro erwirtschaftet. Als Bestandteil der anerkannten Träger der freien Wohlfahrtspflege – dazu gehört das DRK – kann die gGmbH von der damit einhergehenden Abgabenordnung profitieren, begründete Schatzmeister Bernhard Krämer, diese vom Landesverband gemachte Empfehlung. 

Die Balver folgten dieser einstimmig; jetzt sind die Ortsvereine in Menden und Schwerte am Zug. Stimmt einer der Ortsvereine gegen die Empfehlung, bleibt die Soziale Dienste gGmbH weiter eigenständig. „Mit allen damit verbundenen wirtschaftlichen Risiken“, so Krämer. 

Krämer bleibt Schatzmeister 

Dieser bleibt für eine weitere Amtszeit der Herr über die Zahlen, denn die Versammlungsteilnehmer stimmten für dessen Wiederwahl. Neu im Amt ist Patrick-Leonard Loewen, der den Posten des stellvertretenden Rotkreuzleiters von Julian Krämer übernimmt, der zum Leiter aufrückte. Weiterer Stellvertreter bleibt Matthias Maslow. Verabschiedet wurde Christian Lübke nach zwölf Jahren in Führungspositionen. Von 2006 bis 2010 war er als stellvertretende Rotkreuzleiter, ab 2010 übernahm er die Leitung. Jetzt stellte Lübke sein Amt aus persönlichen Gründen zur Verfügung.

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