Übung in der Hauptschule: "Blind" Kameraden retten

Nach dem theoretischen Unterricht bekamen die Spezialkräfte genaue Anweisungen für ihren Einsatz.

Balve - Atemschutzgeräteträger haben nicht nur schwer an 35 Kilogramm Ausrüstung zu tragen – sie haben auch viel Verantwortung. Seit ihrem Einsatz in den 1970er Jahren in Balve hat es bis heute keinen Unfall gegeben. Damit das so bleibt, führten die Kameraden aus Langenholthausen, Mellen und Balve am Samstag eine Übung durch.

Im Keller der Hauptschule machten sie sich daran, verletzte Kameraden zu bergen. Zunächst arbeiteten sie mit voller Sicht. Dann wurden ihnen die Visiere mit einer Folie verklebt, so dass ihnen eine Situation wie in einem verräucherten Raum simuliert wurde.

Schlauch, Axt und C-Rohr gehörten mit zur Ausstattung der Feuerwehrleute, die auf den „Mayday“-Ruf eines vorangegangen Atemschutztrupps reagierten. Ohne Sicht veränderte sich die Perspektive, so dass nur in den Räumen nur noch nach den Türen und Wänden tasten, nach Kameraden rufen sowie die lautstarken Totmannmelder orten konnten.

Dabei mussten sie auch noch stets über Funk mit der Einsatzleitung in Kontakt bleiben, so dass viele Stressfaktoren zusammenkamen.

Markus Lazer-Weber, Atemschutzgerätewart, und Oliver Prior, Stadtbrandinspektor, leiteten als Kreisausbilder Atemschutz diesen Übungsnachmittag, der mit einer theoretischen Unterweisung im Schulungsraum begann. Es wurde auf Unfälle mit tödlichem Ausgang für Kameraden in anderen Städten sowie Sicherheitsmaßnahmen hingewiesen.

Umgesetzt wurden diese dann als Notfall-Rettungskonzept in den Kellerräumen der Schule mit der „Sicherheitstrupp-Tasche“. Diese Tasche, mit der jeweils ein verunglückter Kamerad versorgt werden kann, soll bald jeder Löschgruppe zur Verfügung gestellt werden.

Von Julius Kolossa

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