Hundetherapeutin Silvia Fischer hilft Tierbesitzern

Am Anfang der Zusammenarbeit steht immer ein Kennenlernen mit dem Hund. - Foto: Michels

Balve - Was tun, wenn der Hund Aggressionen gegenüber anderen Hunden oder gar Menschen zeigt? Was tun, wenn der Hund – kaum von der Leine gelassen – wegläuft und nicht mehr abrufbereit ist? Antworten auf diese und mehr Fragen im Bereich Hundeerziehung gibt die Balver Problemhundetherapeutin Silvia Fischer.

Sie ist zertifiziert nach SDTS der Unternehmensgruppe Hundewelten und hat es sich zur Aufgabe gemacht, Hundehalter zu unterstützen, die bei der Erziehung ihrer Vierbeiner Hilfe brauchen.

Claudia Dederich aus Mellen ist Halterin der Labradorhündin Summer. Das zweijährige Tier sei sehr temperamentvoll und liebe das Maisfeld, erzählt die Halterin. Silvia Fischer nimmt sich des Vierbeiners an. Zuerst beginnt die 41-Jährige mit einer Begutachtung draußen auf neutralem Boden, damit der Hund sie nicht als Rivalin sieht. Da Summer keine Angst vor Fremden hat und ihr freundlich und neugierig entgegenkommt kann sie sehr schnell zum nächsten Punkt übergehen. „Ich werde den Hund mit Absicht stressen, denn nur unter Stress zeigen Hunde ihr wahres Gesicht und würden eventuelle Aggressionen gegenüber dem Menschen auch zeigen“, erklärt Fischer. Mit Beute und Ball testet sie, wie der Hund sich verhält und erkennt sehr schnell, dass Summer fixiert ist auf sich bewegende Dinge, wie Bälle, spielende Kinder und andere Hunde.

Somit ist sicher, ein normaler Spaziergang im Wald oder an der Sorpe ist nicht möglich, weil Summer ständig abgelenkt ist, was die Halterin auch bestätigt. Mit Hilfe von Händen und Füßen setzt Silvia Fischer der Hündin Grenzen und macht klar: „Stopp das ist meins!“ „Um den Hund nicht zu verunsichern rufe ich sie nicht beim Namen und gebe ihr auch keine Kommandos, sondern arbeite lieber still mit Gesten und Mimik“, erklärt sie ihre Vorgehensweise.

Mit Hilfe eines kleinen Parcours testet sie die Motorik des Hundes. Es gebe Hunde, die nicht die Hinterläufe anheben können. Dies müsste erst tierärztlich untersucht werden.

Die Lernbereitschaft von Summer sei durchaus vorhanden allerdings haben sich die Grundkommandos der Hundeschule nicht gefestigt. „Wir kommen mit der Hundeschule einfach nicht weiter und haben daher Frau Fischer zu Hilfe gerufen“, sagt Claudia Dederich.

Nach einigen Untersuchungen und Tests, ob der Hund Blockaden hat, wurde die weitere Vorgehensweise innerhalb des Reviers vorgenommen. Die Therapeutin erklärt: „Es gibt verschiedene Möglichkeiten, warum dieser Hund so handelt und den Menschen für Beute und Futter ausblendet. Vielleicht hat sie in der sogenannten Prägephase einfach nicht genug Menschen kennengelernt.“ Wie für jeden anderen Hund legt Silvia Fischer eine Akte an: „ Ich erkläre den Haltern mit diesem Bogen vernünftig was der Hund für Probleme hat, da ich es vermeide, ausführliche Erklärungen währende der Arbeit zu machen. Da konzentriere ich mich lieber ganz auf das Tier.“

Manchmal gebe es nur eine Begutachtung. Danach wisse der Halter was los ist. Danach könnte er entscheiden, alleine weiter zu machen oder ein paar Trainingseinheiten einzulegen. Wichtig dabei sei, dass der Halter die Hausaufgaben mit seinem Tier erledigt. „Das ist wie Vokabeln lernen, denn der Hund lernt nur etwas, wenn der Halter es anwenden kann. Es muss Teamarbeit sein“ erklärt Fischer. Ab und zu müsse sie auch mit Hunden auf einem Außengelände trainieren. Cordula Jagals aus Menden bietet therapeutisches Hundeschwimmen an und stellt Silvia Fischer ihr Gelände gern zur Verfügung.

Eine Faustregel lautet zehn Stunden werden pro Hund angesetzt, anfänglich drei Tage hintereinander und später dann in regelmäßigen Abständen. Bei starker Aggression verlängert sich die Arbeitszeit. „Ich arbeite mit System. Ich mache immer wieder die gleichen Sachen, aber immer in verschiedenen Situationen, um dem Hund zu verdeutlichen, dass diese Regeln immer und überall gelten.“ Um zu sehen, wie sich die therapierten Hunde entwickelt haben bietet Fischer einmal im Monat einen Termin an, bei dem sich alle Hundehalter mit ihr zu einem gemeinsamen Spaziergang treffen können. „ Ich bin mit meiner Arbeit erst dann fertig, wenn Claudia Dederich mit Summer entspannt durch die Stadt laufen kann“, sagt Fischer.

Wer Probleme mit seinem Hund hat und Fragen beantwortet haben möchte kann sich bei Silvia Fischer unter den Rufnummern 0 23 75 / 93 93 41 oder 01 60 / 94 47 03 73 melden.

Von Andrea Michels

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