Ein gutes Beispiel für die Jugendarbeit

THW-Ortsbeauftragter Josef Weber und Thomas Weber stellten den Besuchern die Arbeit des THW vor und erklärten die Ausrüstung und ihre Erfahrungen aus verschiedenen Einsätzen. - Fotos: Kolossa

BALVE -  Es war fast eine 1:1-Betreuung, wie Engelbert Falke, Kolpingforum, am Montag mit einem Schmunzeln feststellte: „Ihr vom THW seid mit fast ebenso vielen Leuten angereist, wie Besucher hier sind.“ Anlass war ein Vortrag über die Arbeit dieser Hilfsorganisation, die 2013 ihr 50-jähriges Bestehen in Balve feierte, zu dem die Jugendabteilung vor und im Marienheim eine Auswahl an Arbeitsmaterialien ausgestellt hat.

Von Julius Kolossa

Begonnen hat alles, so Josef Weber, Ortsbeauftragter, in den 1960-er Jahren, als sich interessierte Balver dem Arnsberger THW anschlossen, dem seinerzeit einzigen in der Umgebung. Erster Einsatz mit den Hönnestädtern war das Hamburg-Hochwasser 1962. Das Interesse an dieser Arbeit wuchs, so dass bald über 40 junge Männer regelmäßig nach Arnsberg unterwegs waren; ihnen wurde ein Mannschaftstransportwagen zur Verfügung gestellt, der beim Sägewerk Cordes untergestellt wurde. Dann wurde im weiteren Verlauf eine eigene Ortsgruppe sinnvoll, die 1963 ins Leben gerufen wurde. Bei Cordes wurden nach wie vor die Fahrzeuge abgestellt, unterrichtet wurde in einer freien Klasse der St. Johannes-Grundschule. 1965 wurden die neuen Räume an der St. Johannes-Straße bei Zahnarzt Koch bezogen, 1995 fand der Einzug in das Gebäude an der Glärbach statt. Heute gehören 40 Helfer und 50 Jugendliche im Alter von sechs bis 18 Jahren dazu. Jugendbeauftragter ist Thomas Weber.

Engelbert Falke: „Hut ab vor eurer starken Jugendarbeit.“ Und diese ist so gut, dass die Balver am 9. August in Mönchengladbach als bestes Team aus Nordrhein-Westfalen dieses Bundesland auf Bundesebene vertreten werden. Der erste Landessieger-Titel wurde 2006 errungen (5. Platz im Bundeswettbewerb), die erste Teilnahme an einem Landesjugendlager war 1991, die erste Teilnahme an einem Landeswettkampf mit zwei Teams 1993 – hier landete Balve zwar auf Platz 13 und 14, bekam aber den Fairnesspokal überreicht. 2010 kamen die Jugendlichen bei ihrem zweiten Bundeswettkampf auf den vierten Platz.

Josef und Thomas Weber fesselten die Zuhörer mit ihrem Überblick über ihre Hilfsorganisation, die dem Bundes-Innenministerium unterstellt ist und ihren Sitz in Bonn hat. Bundesweit gibt es 80 000 Helfer, in Jugendgruppen sind 15 000 organisiert.

Erster großer Einsatz für das THW-Balve war der Bau einer Holzbrücke über die Ruhr in Arnsberg, der erste Einsatz mit einem Toten war der Absturz eines belgischen Militärfliegers. Auch beim Absturz eines Flugzeugs an der Endorfer Hütte war die Hilfe der Hönnestädter erforderlich. Außerdem beschäftigte das Hochwasser in Balve und Werdohl und auch Schnee. Erster großer Balver Einsatz war der Abriss des Kirchturms der alten Langenholthausener Kirche in den 1960-er Jahren. Auch am Abriss des Kindergartens am Krankenhaus und der Reithalle in Wocklum war das THW beteiligt. Geholfen wurde beim Löschen der Wüstenberg-Brände sowie den Feuern am Sägewerk, der Reithalle und dem Bauernhof an der Helle. Auch Kyrill (2007) sorgte für Alarmierungen, und bei Sicherungsarbeiten am eingestürzten Kölner Stadtarchiv (2009) waren Balver ebenfalls vor Ort wie beim Elbe-Hochwasser, dem mit 17 Leuten bisher größten Einsatz.

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