Tag der Selbstkritik

Die Realschülerinnen Pia Theile(links) und Jasmin Wiegandt trugen zur Gestaltung des Festaktes bei.

Balve - „Der Volkstrauertag ist ein Tag der Trauer und der Mahnung, aber auch der Hoffnung auf Versöhnung und Verpflichtung für die Zukunft. Die Millionen Opfer beider Weltkriege und die neuen Opfer von Gewalt und Verbrechen nach 1945 müssen uns wieder und wieder dazu anspornen, dass wir uns für eine friedliche und gerechte Welt einsetzen“, betonte Balves Bürgermeister, Hubertus Mühling, bei der Gedenkfeier vor dem Ehrenmal.

Der Zweite Weltkrieg mit seinen Millionen Toten, Flüchtlingen, Vertriebenen und Opfern der Gewaltherrschaft sei der größte und blutigste zusammenhängende Konflikt in der Geschichte der Welt gewesen, führte er weiter aus. An seinem Ende lag Europa in Trümmern und wurde zudem bald durch den Eisernen Vorhang geteilt. Und 1989, als der Kalte Krieg zwischen Ost und West endete, schien nun endlich die Zeit reif zu sein für Frieden: „Doch kaum war das neue Millennium angebrochen, musste sich die Welt mit anderen Arten von Konflikten auseinandersetzen. So befinden sich heute deutsche Soldaten im Auslandseinsatz, wo sie in Kriegsgeschehen involviert sind, und Gefallene sowie Verwundete zu beklagen haben. Während unser Land im tiefsten Frieden lebt, setzen unsere Soldaten – fern der Heimat – für unsere Sicherheit ihr Leben und ihre Gesundheit aufs Spiel.“

Am Volkstrauertag werde gemeinsam getrauert. Trauer gehöre genauso zum Leben wie Freude und Glück, weil der Tod untrennbar mit unserem Menschsein verbunden sei. „Am heutigen Gedenktag vereinen sich individuelle und kollektive Trauer: Angehörige trauern um jene, die sie verloren haben, unser Volk trauert um seine Opfer, aber auch – im Wissen um Schuld – um Opfer, die andere durch uns erleiden mussten“, sagte Mühling.

Inzwischen spielten die gefallenen Soldaten der beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts an diesem Gedenktag eine immer geringere Rolle. Stattdessen richte sich die Aufmerksamkeit auf aktuelle Geschehnisse in Afghanistan, den Brennpunkten des Nahen Ostens, wie Syrien und den Nordirak, aber auch auf die bürgerkriegsähnlichen Konflikte in der Ostukraine.

Er schloss seine Rede damit, dass der Volkstrauertag als ein Tag der Selbstkritik und der Mahnung, aber auch der Hoffnung und Zuversicht für eine friedliche Zukunft anregen soll.

Seitens der Realschule trugen die Zehntklässlerinnen Pia Theile und Jasmin Wiegandt mit „Wenn jeder eine Blume pflanzt“ und „Heldenfriedhof“ zur weiteren Gestaltung bei. Umrahmt wurde der Festakt, zu der die Kranzniederlegung durch Bürgermeister Hubertus Mühling und Balves Ortsvorsteher Matthias Streiter gehörte, durch den Männerchor 1874 Balve sowie den Musikverein Balve, der den Festakt mit der Nationalhymne beendete.

Von Julius Kolossa

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