Balve ist auf dem Weg zur Sekundarschule

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Im Jahre 2009 wurde in das Schulzentrum groß investiert, ein neues Gebäude für die Heizanlage wurde gebaut. Wenn das Schulzentrum in eine Sekundarschule umgewandelt wird, müsste noch viel Geld in die Hand genommen werden. ▪

BALVE ▪ Der Schulausschuss hat auf Antrag der CDU einstimmig die Verwaltung beauftragt, die Voraussetzungen zur Einrichtung einer Sekundarschule zu prüfen. Geht es nach den Vorstellungen des Planers Dr. Detlef Garbe, wird das Schulzentrum in eine Sekundarschule umgewandelt und die Hauptschule aufgegeben.

Dr. Garbe von Garbe-Consult hatte eigentlich nur den Auftrag bekommen, das Raumkonzept des Schulzentrums zu überplanen. Dabei war er von der Entwicklung an der Hauptschule überrascht worden, so dass aus seinem Vortrag im Schulausschuss am Mittwochabend eine Art Schulkonzeption für die Zukunft wurde. Bekanntlich ist an der Hauptschule nur mit Ausnahmegenehmigung eine Eingangsklasse gebildet worden, auch in Zukunft werde es nicht besser. Dr. Garbe erklärte, dass seiner Meinung nach kein zweites Mal eine solche Ausnahmegenehmigung erteilt würde. Damit habe die Balver Hauptschule ein Existenzproblem. Theoretisch wäre es möglich, die Hauptschüler in der Realschule aufzunehmen, so Dr. Garbe. Zukunftssicher sei allerdings eher die neue NRW-Schulform Sekundarschule. Mindestens 75 Kinder aus der eigenen Stadt müssten dafür angemeldet werden, zudem sei die Kooperation mit einer gymnasialen Oberstufe in einer Nachbarstadt nötig.

Dr. Garbe schlug vor, das Schulzentrum großzügig durch eine Aufstockung zu erweitern und das Gebäude der Hauptschule aufzugeben. Die Sekundarschule brauche zwingend eine Schülermensa, ein Selbstlernzentrum und Lehrerarbeitsräume. Dr. Garbe: „Dann haben Sie für die nächsten zehn bis zwanzig Jahre eine super Schule mit Kapazitäten zur Erweiterung.“

Der Schulausschuss war sich einig, dass die Hauptschule aufgegeben werden müsse und die Weichen für eine Sekundarschule gestellt werden sollen. Skeptisch waren CDU und SPD, ob die bauliche Aufstockung die beste Lösung sei. Die Verwaltung soll deshalb in die Prüfung des ganzen Verfahrens einsteigen. Ausschussvorsitzender Lorenz Schnadt (UWG) skizzierte den weiteren Weg: Im Frühjahr müssten die lokalen Entscheidungen für die neue Schulform getroffen werden, um nach einem Beteiligungsverfahren der Eltern im Juni den Antrag auf Einrichtung einer Sekundarschule bei der Bezirksregierung stellen zu können. Ziel sei es, mit der Sekundarschule im Schuljahr 2013/2014 zu starten.

Einstimmig sprach sich der Schulausschuss auch dafür aus, gegen die geplante Einrichtung einer vierzügigen Gesamtschule in Menden zu votieren. Michael Bathe von der Stadtverwaltung sah durch die Planungen in der Nachbarstadt die Balver Hauptschule gefährdet. Der Ausschuss will es „hart auf hart“ kommen lassen und notfalls ein Moderationsverfahren zwischen Menden und Balve abwarten. ▪ Volker Heyn

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