Schützen „beten und hoffen“ mit dem Verunglückten

Der Hofstaat trotzt dem Regen mit guter Laune. - Foto: Kolossa

Volkringhausen -  „Jeder war mit dem Herzen bei dem verunglückten Jugendlichen“, fasste Stephan Neuhaus, Brudermeister der Schützenbruderschaft, zusammen. Der Unfall, der sich am Montag am Rande des Vogelschießens ereignet hatte, überschattete das Hochfest der Schützen. Die Stimmung sei danach sehr gedämpft gewesen, sagte Neuhaus: „Wir beten alle und hoffen, dass er bald wieder gesund nach Hause kommt.“

Ein dickes Kompliment ging an die Kameraden der Feuerwehr – und dabei besonders die Qualifizierten Ersthelfer. Auch ein Mitglied des Offizierskorps – ein Rettungsassistent – kümmerte sich sofort mit um die Erstversorgung des Verletzten. Stephan Neuhaus: „Alle haben vorbildlich reagiert.“

Zum Montag führte er weiter aus, dass es für alle überraschend gewesen sei, wie zielstrebig es nach den Ehrenschüssen weiterging. Der Festzug blieb bis auf die letzten 15 Minuten trocken. Trotz allem sei die Halle am Abend gut besucht gewesen. Zum neuen Regentenpaar, Daniel und Mareike Eichhoff, sagte er: „Sie haben mit ihrem Hofstaat ein tolles und prächtiges Bild vermittelt.“

Damit sich das Schützenfest auch finanziell lohnt, hatten die Schützen während der Mitgliederversammlung beschlossen, für jeden Gast – egal ob Schütze oder nicht – am Samstag drei Euro Eintritt zu verlangen. Kassierer Daniel Strauß wies auf 280 verkaufte Eintrittskarten hin: „Ohne die Schützen wären es nur 100 gewesen.“ Er betonte, dass auf solche Einnahmen nicht verzichtet werden könne. Nur durch den Verkaufserlös des Gerstensaftes, könne das Fest nicht finanziert werden, denn mit 36 Hektolitern sei gerade das Vorjahresniveau erreicht worden. Zudem seien bedeutend weniger Schnäpse verkauft worden.

Genau Zahlen sollen im Rahmen der Abrechnungsbilanz am Samstag, 23. August, präsentiert werden. Zuvor laden die Volkringhausener dann zum Kinderschützenfest ein. Während der Versammlung wollen Brudermeister und Kassierer auch das Nichtraucherschutzgesetz kritisch beleuchten. Nicht nur das Wetter alleine hätte die Besucher besonders am Samstag erst ab 22.30 Uhr in die Halle strömen lassen, auch das Rauchverbot hätte dafür gesorgt, dass erst spät Stimmung aufkommen konnte. Amigos und Hauptorchester hätten lange vor einer leeren Tanzfläche gespielt, erklärten beide.

Und weil ein jeder Tag beim Volkringhausener Schützenfest seine Besonderheiten hat, stand der Sonntag zunächst im Zeichen des Frühschoppens. Dabei ist das kleinste Balver Dorf stolz auf dieses musikalische Alleinstellungsmerkmal, dass alljährlich viele Besucher anzieht. Begründet wurde es seit nunmehr 30 Jahren vom Musikverein Amicitia Garbeck. Andreas Weber und Josef Falkenbach haben bisher jedes Jahr mitgespielt.

Im nächsten Jahr steht vor dem Schützenfest im Mai eine weitere Feier an: Am 10. Mai 1975 wurde die Schützenhalle eingeweiht. Dieser 40. Jahrestag soll natürlich gebührend begangen werden. „Und das obendrein im Jahr des 95-jährigen Bestehens unserer Schützenbruderschaft“, freut sich Stephan Neuhaus.

Von Julius Kolossa

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