Balve ins rechte Licht rücken

BALVE -  „Wir dürfen Balve nicht nur am Schützenfest festmachen und als den Ort, wo im Sauerland die Misthaufen qualmen“, forderte Bürgermeister Hubertus Mühling am Mittwoch – in Anspielung an den alten Zoff-Kult-Hit „Sauerland“ – eine deutliche Imageverbesserung, „die von uns kommen muss“.

Anlass dazu waren die „1. Balver Begegnungen“, wozu Stadtmarketing Balve mit dem Stadtverband der CDU eingeladen hatte. Die Balver Begegnungen sollen eine neue Veranstaltungsreihe werden. Zur Premiere lautete das Motto „Standort Balve – Zukunft im ländlichen Raum“.

Als Gastredner trat der Bundestagsabgeordnete Prof. Dr. Patrick Sensburg vor den 50 Teilnehmern ans Mikrofon, und stellte sich der Diskussion. Schwerpunkt war die Reaktion auf den Wegzug der 18- bis 30-Jährigen, die nach Schule und Ausbildung andere Städte kennenlernen wollten, aber danach nur schwer zu bewegen seien, wieder in ihre Heimat zurück zu kehren.

„Unsere Zukunftsaufgabe wird sein, händeringend Fachkräfte zu suchen“, meinte Prof. Dr. Sensburg mit Blick auf die gesamte Bundesrepublik. „Und da kann diese Region mit ihren Pfunden wuchern, denn sie ist wirtschaftlich hervorragend aufgestellt“, lobte er Balve und das gesamte Sauerland.

Doch kaum jemand wüsste, welche Produkte von hier aus in alle Welt geliefert werden – dazu forderte er die Anwesenden fest: „Redet darüber.“

Dem gut ausgebildeten und motivierten Handwerker wie Industriefacharbeiter und auch dem Ingenieur würde sich in der Region eine ganze Fülle von Firmen als potentieller Arbeitgeber anbieten, lobte der Christdemokrat weiter.

Noch eine Empfehlung hatte Sensburg im Gepäck: Um Balve künftig nach außen besser darstellen zu können sei das Südwestfalen-Internetportal ein wichtiger Schritt. Würde, so Mühling, am Wohlfühlfaktor wie besserer Infrastruktur durch die A 46 und durch Radwege gearbeitet, wäre die Region noch attraktiver: „Aber in diesem Bereich werden wir auf Landesebene etwas ausgegrenzt“, bedauerte der erste Bürger der Stadt.

Über die Rolle der Unternehmen, Firmen und Einzelhändler dachte Wilhelm Hertin, Geschäftsführer Chemie Wocklum, nach. Diese leisteten mit ihrer Gewerbesteuer ihren Beitrag zum Stadthaushalt, mutmaßte er. Bürgermeister Mühling bestätigte: „Sie machte 29 Prozent der Erträge aus.“

Hertin legte dem Stadtoberhaupt jedoch nahe: Die Steuerschraube sollte „auf Dauer nicht zu fest angezogen werden“. Sein Vorschlag: „Man kann entweder kaputt sparen, oder sollte neu nachdenken.“ Diesbezüglich konnte der Bürgermeister vermelden, dass 2014 das laufende Defizit auf Null gesenkt werden könne, und in 2016 das strukturelle Defizit reduziert werden soll.

Und so fiel das Fazit der premieren Begegnung positiv aus: Es wurde zunächst die (eigene) Wahrnehmung Balves reflektiert – im Anschluss wurden aber auch Visionen entwickelt, die der verbesserten Außendarstellung wie Selbstwahrnehmung dienen könnten.

Von Julius Kolossa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare