Priester ruft zur Mithilfe auf

Interessiert lauschten die Teilnehmer den Worten des afrikanischen Priesters. - Foto: Kolossa

Garbeck - „Garbeck und der Pastoralverbund Balve-Hönnetal sind mir zur zweiten Heimat geworden“, fasste Monsignore Dr. Cosmas Alule zu Beginn seines Vortrags, den er jetzt im Pfarrheim hielt, seine Gefühle zusammen. Seit nunmehr 16 Jahren ist er in Garbeck zu Gast, wohnt bei Familien. Er übernimmt als Urlaubsvertretung alle seelsorgerischen Aufgaben sowie Messfeiern. Sein Anliegen im Pfarrheim war aber, über die Aufgaben der Priester in seiner Heimat Uganda zu berichten.

Seit sieben Jahren leitet der Geistliche in Gulu das Priesterseminar. Ließen sich 2007 noch 127 junge Männer zum Priester ausbilden, seien es heute 213. Das Seminar sei aber nur für 180 Studenten ausgelegt worden, sodass es eng wird im Hörsaal, der Bibliothek und im Speisesaal. Manche Zimmer wurden mit mehreren Betten belegt. Etwa 85 Prozent der Studenten halten bis zum Ende durch und werden zum Priester geweiht. Doch der Weg ist beschwerlich, vor allem, weil das Geld fehlt: „Jeder Student muss für seine Studium 300 Euro im Jahr selber zahlen.“ Und damit hätten 25 Prozent ein Problem, kommen sie doch aus armen Familien.

Die Garbecker könnten helfen. Die mehr als 40 Zuhörer des Vortrags wurden darüber informiert, dass der Priester in Uganda nicht nur Seelsorger, sondern auch Entwicklungshelfer sei. Er richtet Krankenstationen und Krankenhäuser ein, klärt auf im Kampf gegen AIDS, führt Sozialarbeit in Armenvierteln durch, berät und betreut bei der Bewirtschaftung von Feldern, Viehhaltung und Vermarktung der Ernte. „Der Priester in Uganda ist ohne eigenes Einkommen“, so Alule, der darin für sich keine Ausnahme sieht. Jeder Geistliche lebe von den Geld- und Sachspenden der Gemeinde sowie Zuwendungen der Diözese und anderen Institutionen. Außerdem leisten die Geistlichen ihren finanziellen Beitrag für die Ausbildung der Schüler, zahlen sie doch Schulgeld. Von Alule werden fünf Schüler an der Secundary-School und drei Universitätsstudenten unterstützt.

„Priester sind das Gewissen der Politik und Zuflucht der Flüchtlinge“, stellte er weiter fest. In Uganda gäbe es viel Korruption, der Staat lasse aber den Religionen ihre Freiheiten. Andererseits unterstützt er sie aber auch nicht; mit geringen Mitteln werde ein Beitrag zum Gesundheitswesen geleistet.

Weil aber die Nachfrage nach dem Priesterberuf sehr groß sei, und möglichst kein Kandidat wegen des Geldes daran scheitern sollte, wurde im Garbecker Pfarrheim dazu aufgerufen, auf vielfältige Weise die Studenten zu unterstützen. Möglich sei auch eine Patenschaft, bei der beide Seiten in Kontakt bleiben sollen. Weitere Informationen gibt es unter www. uganda-garbeck.de.

Von Julius Kolossa

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