Faire Produkte künftig auch im Rathaus

Im Balver Rathaus wurde jetzt eine Steuerungsgruppe gebildet, die den Wandel zur FairTrade-Stadt koordinieren wird.

BALVE ▪ 1000 FaiTrade Towns gibt es weltweit – Balve will eine davon werden, und fairen Handel sichtbar machen. Fünf Punkte müssen für eine Zertifizierung erfüllt werden; daher wurde jetzt im Rathaus eine Steuerungsgruppe gebildet.

Claudia Pempelforth, regionale Koordinatorin des Netzwerks Faire Metropole für Hagen/Sauerland, berichtete vor Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Vereinen über das Vorgehen. Etwa 120 Kommunen in Deutschland sind schon dabei, 400 warten darauf, von FairTrade das Zertifikat überreicht zu bekommen, und Balve selbst ist gar nicht mehr so weit davon entfernt.

Den Beschluss hat es bereits gegeben, mindestens zwei faire Produkte bei Sitzungen im Rathaus und im Büro des Bürgermeisters sollen angeboten werden, die Einbindung von Kirchengemeinden, Vereinen und Schulen soll folgen. Initiiert wurde dies von der Dritten Welt Gruppe Balve, die von Andrea Schulte vertreten wurde, und von der Kolpingfamilie Balve, vertreten durch Birgit Schäfer.

Inzwischen liegt eine Liste mit Geschäften vor, die Waren mit dem „FairTrade“-Logo führen: Markant-Markt, Bäckerei Tillmann, Weinhandlung Birgit Schmitz, Kaufpark, Lidl, Mode im Gespräch und die Öffentliche Bücherei.

„Auf der Grundlage der Einwohner müssen mindestens vier Geschäfte, eine Gastwirtschaft, eine Schule, ein Verein und eine Kirchengemeinde mitmachen“, hatte Claudia Pempelforth ausgerechnet. In Balve, wie sich in der Diskussion zeigte, wären über dieses angesetzte Mindestmaß weitere Teilnehmer bereit, mitzumachen. Nun geht es darum, dies alles durch eine Steuerungsgruppe zu koordinieren. Deren Mitglieder halten alle Fäden in der Hand, erstellen und geben einen Einkaufsführer heraus, führen Gespräche und stimmen das Sortiment ab. Pempelforth: „Um für faire Produktionsbedingungen zu sorgen, ist auch hier ein großes Netzwerk nötig.“

Auch die Balver können dazu beitragen, dass bei der Herstellung der Konsumgüter die Menschen- und Arbeitsrechte eingehalten werden. Unter den vielen Millionen Arbeitern weltweit, die für wenig Geld und unter schlechten Bedingungen Kleidung, Dekoration, und auch Pflastersteine herstellen sowie Kaffee ernten würden, wären über 250 Millionen Kinder: „Vom fairen Handel profitieren alle.“ - Julius Kolossa

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