Kräuter als Segen fürs Haus

Ursula Schulte kennt sich mit Kräutern bestens aus

EISBORN ▪ „Einmalig“ finden die KFD-Frauen aus Eisborn Kräuter. Es gebe viele Sorten, sie stünden im Wald, auf Feldern und in Gärten, seien erreichbar für Jeden, riechten gut, linderten psychische und physische Beschwerden und letztlich bereichern sie die heimische Küche. Von Julius Kolossa

Gute Kenntnisse über die entsprechenden Kräuter sind dabei jedoch vorausgesetzt. Möglichst viele Arten wollten die KFD-Frauen am Mittwoch bei ihrer Kräuterwanderung sammeln. Kochen wollten sie damit allerdings nicht, ihnen ging es um die Segnung der Kräuter.

Am kirchlichen Feiertag Maria Himmelfahrt machten sich in Richtung Blaue Lagune 20 Frauen – in Begleitung von zehn Kindern – auf, um eine Tradition aufrecht zu erhalten – unter dem Motto: „Sieben Kräuter bilden einen Strauß“. Organisiert hatten die Wanderung Rita Sprenger und Ursula Schulte.

Gemäß der Tradition stehen sieben Kräuter für die sieben Sakramente; der Ursprung dafür liegt in der Legende von der Öffnung des Grabes von Maria, als die Jünger anstelle des Leichnams viele Blüten und Kräuter vorgefunden hätten.

Deshalb nimmt die katholische Kirche um Maria Himmelfahrt herum die Kräutersegnung vor. In Eisborn hält die KFD diesen Brauch seit mehr als 20 Jahren lebendig. Und in der Regel nehmen die Frauen einige Kinder mit auf ihre Wanderung.

Sprenger: „Sie erfahren von uns etwas über Aussehen und Wirkungsweise.“ So kamen auf der etwa einstündigen Wanderung unter anderem Ringelblumen, Wilde Möhre, Kamille, Königskerzen, Pfefferminze, Schafgarbe, Rainfarn und auch ein paar Getreidesorten zusammen. Vor der SGV-Hütte fand dann abschließend das Sträußebinden statt, und weil es eine Vielzahl von Kräutern war, die gesammelt wurden, entstanden letztlich immer wieder neue Sträuße.

Kräuterkunde haben sich die Frauen im Laufe der Jahre durch eigene Erfahrung wie auch Vorträge angeeignet. So wissen sie, was wann wo in Eisborn wächst, und welche Kräuter als Bund zusammen passen.

Welche Wirkung sie als Tinkturen und Salben haben, das weiß Ursula Schulte, die vor 20 Jahren von ihrer Tante Hedwig Schulte in die Geheimnisse der Herstellung eingeweiht worden war. Auch durch Aussehen und Duft entfalten die handlichen natürlichen Kunstwerke ihre Wirkung, die in der St.-Antonius-Kirche während der Messe am Sonntag noch gesegnet werden: „Dieser geweihte Strauß soll Segen bringen für Haus und Bewohner.“

Mehr als 100 Sträuße entstanden am Mittwoch. Gegen eine Spende werden diese am Sonntag verteilt. Sprenger: „Das Geld ist für die Jugendarbeit in unserem Dorf bestimmt.“

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