Dreiteilige Serie auch im Hönnetal gedreht

Balve ist „Saurierland“ ‒ Video aus Steinbruch jetzt online

Eine Ausgrabungsstätte im Hönnetal gehört zu den Drehorten von „Saurierland Westfalen“. Hier gelangen erst im vergangenen Jahr bedeutende Funde.
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Eine Ausgrabungsstätte im Hönnetal gehört zu den Drehorten von „Saurierland Westfalen“. Hier gelangen erst im vergangenen Jahr bedeutende Funde.

Wer sich auf die Suche nach Überresten von Dinosauriern macht, der braucht viel Geduld. Dr. Achim Schwermann vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) kann davon gleich mehrere Lieder singen

Er ist der Experte für die Ausgrabungen in einem Balver Steinbruch im Hönnetal, wo seit 2002 geforscht wird. Bei seiner Arbeit hat er nun auch ein Filmteam des LWL zuschauen lassen.

Denn eigentlich ist die Ausgrabungsstätte öffentlich nicht zugänglich, lediglich ab und zu wird Interessierten der Zugang gewährt. Bei solchen Exkursionen informiert Dr. Schwermann darüber, dass Balve vor 400 Millionen Jahren südlich des Äquators lag und die Temperaturen gute Lebensräume für die verschiedensten Tiere ermöglichten, die im Laufe der Zeit eine Entwicklung zu Landlebewesen durchmachten.

Überreste lagerten sich im Kalk ab

Gut für die Wissenschaftler: die sterblichen Überreste der damaligen Bewohner lagerten sich im Kalk auf dem Meeresboden ab. Jetzt warten sie, gut konserviert aber nur noch winzig klein, auf ihre Entdeckung.

Interessierte können ab Donnerstag, 18. Februar, mit dabei sein, wenn auf dem Youtube-Kanal des LWL in einem Filmbeitrag über die Ausgrabungen auch in Balve berichtet wird. „Ichthyosaurus – Ein „Fischsaurier“ wird filetiert“, lautet das Thema, das in einer Mischung aus Bildung und Unterhaltung aufbereitet wurde.

Youtuber Fabian Nolte als Moderator

Produziert wurde die insgesamt dreiteilige Serie vom LWL-Medienzentrum für Westfalen in Kooperation mit dem LWL-Museum für Naturkunde in Münster. Als wissbegieriger Moderator führt der Schauspieler und Youtuber Fabian Nolte durch das „Saurierland Westfalen“. Als „dailyknödel“ ist Nolte seit 2010 online auf Youtube unterwegs. Sein Kanal hat mittlerweile mehr als 23 000 Abonnenten.

Mit manchem Augenzwinkern gibt Moderator Fabian Nolte (rechts) Einblicke in die Welt der Paläontogie wie hier im LWL-Museum für Naturkunde in Münster.

Im „Saurierland Westfalen“ begegnet er nicht nur den Überresten gewaltiger Urzeitreptilien, sondern vor allem denen, die sie untersuchen. Die wissenschaftlichen Experten des LWL-Museums für Naturkunde löchert er mit Fragen: Wie erhalten sich Fossilien über Millionen von Jahre? Was ist Paläo-Art? Wie entsteht ein lebensgroßes Dinosaurier-Modell nach wissenschaftlichen Maßstäben? Wie präpariert man einen Ichthyosaurus? Moderator Nolte lässt sich wissenschaftliche Methoden erklären und probiert einzelne Arbeitsschritte selbst aus – vom Bergen eines Saurierknochens, über das „Schlämmen“ von Kleinstfunden mit Wasser und einem Sieb, bis zum Freilegen größerer Exemplare in der Präparationswerkstatt. Außerdem begegnet er einem jungen Paläo-Artisten, der sich in seinen Aquarellen einem möglichst akkuraten Bild der Saurier annähert.

Mittlerweile mehr als 4000 Fundstücke

In Balve fügen sich die inzwischen mehr als 4000 angesammelten Fundstücke nach und nach zu Bildern über die tierischen Bewohner zusammen, die vor etwa 400 Millionen Jahren hier gelebt haben. Teilweise sind es nur millimetergroße Teilchen, die in trockenen Erdklumpen mit Wasser und einem Sieb in mühsamer Handarbeit ans Tageslicht kommen.

Neue Tierarten entdeckt

Durch winzige Zahnfunde und einem kleinen Stück eines Unterkieferknochens in dem Steinbruch im Hönnetal entdeckten die Fossilien-Forscher erst im vergangenen Jahr zwei neue Gattungen und Arten („Bructerodon alatus“ und „Cheruscodon balvensis“). Die Funde waren der erste Beleg für die Säugetiergruppe der „Multituberculata“ aus der Kreidezeit in Deutschland und der erste Nachweis von Säugetieren aus dem Erdmittelalter in Nordrhein-Westfalen überhaupt. „Multituberculata“ werden auch „Nagetiere des Mesozoikums“ genannt, also Nagetiere des Erdmittelalters. Das Erdmittelalter, das Zeitalter der Dinosaurier, begann vor 252 Millionen Jahren und endete vor 66 Millionen Jahren. Die Kreide war der jüngste der drei Zeitabschnitte des Mesozoikums und reichte von der Zeit vor 145 Millionen Jahren bis zu zum Ende des Mesozoikums.

Die Region zwischen Ruhr und Weser war vor Jahrmillionen Saurierland. Das zeigt sich an zahlreichen Fossilfunden, von denen die Serie eine Auswahl zeigt. So werden der Wiehenvenator, ein Raubsaurier aus dem Wiehengebirge bei Minden, der Westphaliasaurus, ein Wassersaurier aus dem Kreis Höxter, und ein Ichthyosaurus aus Jöllenbeck bei Bielefeld in den Blick genommen. Mehr Fossilien und Saurier-Modelle sind in der Dinosaurier-Ausstellung des LWL-Museums für Naturkunde zu entdecken, wo die Webserie in Teilen gedreht wurde. Während die ersten beiden Folgen online bereits abrufbar sind, wird in Teil drei auch Balve als Drehort vorkommen.

Das Video „Ichthyosaurus – Ein „Fischsaurier“ wird filetiert“ aus dem Steinbruch in Beckum gibt es hier:

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