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Erhöhte Werte: Hier liegt der Radon-Hotspot in NRW

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Von: Julius Kolossa

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Mit diesem sogenannten Karlsruher Radonexposimeter ist eine passive Radonmessung möglich.
Mit diesem sogenannten Karlsruher Radonexposimeter ist eine passive Radonmessung möglich. © DPA

„Hier in Balve befindet sich der Radon-Hotspot des Landes Nordrhein-Westfalen“, stellte Dr. Michael Seidlitz, NRW-Landesinstitut für Arbeitsschutz und Arbeitsgestaltung, fest. Radon ist ein radioaktives Edelgas, das im Boden vorkommt, durch den Keller in Gebäude eindringen und Lungenkrebs erzeugen kann.

Balve – Vor etwa zwei Jahren stellte sich bei Messungen heraus, dass in Balve, aber auch in Arnsberg höhere Radonwerte festgestellt wurden als anderswo in NRW. Es folgte ein Messprogramm in Balver Schulen und Kindertageseinrichtungen sowie privaten Haushalten. Insgesamt 543 Messgeräte in 276 Gebäuden wurden aufgestellt.

„Zehn Prozent Überschreitung des Grenzwertes von 300 Becquerel pro Quadratmeter befinden sich in allen Stadtteilen“, so das Ergebnis der Auswertung. Dr. Seidlitz: „Radon kommt überall im Boden vor, allerdings sind die unterschiedlich hohen Werte mit der unterschiedlichen Bauweise der Häuser zu erklären.“ Insgesamt 310 Haushalte nahmen teil und ließen jeweils zwei Messgeräte im Gebäude für ein Jahr ihre Arbeit tun. „Das sind neun Prozent der Wohnbebauung, und damit der am besten untersuchte Ort in NRW.“ Alle Teilnehmer seien bereits über die in ihrem Haus gemachten Ergebnisse informiert worden. „Die Maßnahmen zur Reduzierung der Radonkonzentration können sehr einfach sein vom Stoßlüften und Lüften, über den Einbau einer Abschlusstür zum Keller oder zum offenen Treppenhaus bis hin zum Absaugen mit einem Radon-Brunnen oder eine Radon-Drainage“, fasste der Experte zusammen.

Gemessen wurde auch in allen Grundschulen, der Realschule und der ehemaligen Hauptschule in Balve sowie den Kindergärten in Eisborn und Beckum. „Nur in einem Abstellraum im Erdgeschoss in der Balver Grundschule wurden mit 1700 Becquerel deutlich erhöhte Radonwerte gemessen.“

Seidlitz weiter: „Dies ist zwar kein Arbeitsraum, sodass die Belastung gering ist, doch weil sich dieser Raum im Treppenhaus befindet, und darüber die Klassenräume, muss hier eine Abdichtung und eine druckfreie Zwangsbelüftung erfolgen.“ Sonst seien in den gemessenen Gebäuden keine verpflichtenden Maßnahmen erforderlich.

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