„Ein Motor für die Stadt“

Das Hospital ist geschlossen – und doch soll die Versorgung der Balver bald besser sein als je zuvor.

BALVE ▪ „Ich bin begeistert von diesem Ort und den Menschen hier“, sagt Ingo Jakschies, Gesundheits-Experte aus Bad Sassendorf. Der Geschäftsführer der Betreiber-Gesellschaft vom Gesundheits-Campus Sauerland freut sich auf das, was im ehemaligen St.-Marien-Hospital entsteht. „Wir wollen damit ein Motor für diese Stadt sein.“ Von Michael Koll

So würden bei jetzt noch notwendigen Baumaßnahmen, um „das Gebäude auf Vordermann zu bringen“, gezielt nur Unternehmen eingesetzt, „die vor Ort ansässig sind“.

Viel zu tun sei indes nicht: „Erst einmal stehen Aufräumarbeiten an, wir müssen vorhandene Geräte sichten, etwa die Telefonanlage.“ Kleinere Renovierungsarbeiten stünden auch an, „aber der finanzielle Aufwand ist nicht so groß“. Einige Aufgaben würden auch mit Eigenleistungen erledigt werden.

Und schon ist Jakschies wieder bei dem Lob an die Balver. „Das wir das jetzt geschafft haben, ist ein großer Sieg für die Balver.“ Weiter führt der Gesundheits-Experte aus: „Es haben so unglaubliche viele gekämpft und sind ganz bescheiden im Hintergrund geblieben. Die haben alle einen überdurchschnittlichen Einsatz gezeigt.“ In Balve herrsche ein bemerkenswert großer Zusammenhalt.

Diesen wolle das Gesundheits-Campus nun auch stärken. Ob Ärzte oder diejenigen, die für weitere Dienstleistungen in den Campus ziehen würden – „keiner wird eine Konkurrenz bilden zu dem im Ort bereits vorhandenen Angebot“.

Konkrete Verträge seien, so Jakschies, derzeit noch nicht geschlossen. Seit Monaten liefen jedoch im Verborgenen bereits „intensive Gespräche“. Und Kernnutzer des künftigen Campus seien so bereits gefunden. Dazu gehörten eine Dialysepraxis, ein Hausarzt, zwei Internisten, eine Gynäkologin, ein Radiologe, ein Chirurg sowie ein oder zwei HNO-Ärzte.

Neben den genannten Medizinern sollten folgende Dienstleister die Angebotspalette im Campus abrunden: Krankengymnasten, Ergotherapeuten, Logopäden, Hörgeräteakustiker, Schuhmacher, Masseure, Physiotherapeuten und gebenenfalls sogar Mal-Therapeuten.

„Am Ende ergibt sich durch dieses Zentrum eine gute Kooperation der Ärzte untereinander direkt vor Ort“, prognostiziert Jakschies. Der Vorteil für die Bevölkerung liege auf der Hand: „Momentan müssen Patienten zu manchen Fachärzten mehr als 20 Kilometer fahren.“

Jakschies akquiriere derzeit weitere Ärzte für das Gesundheits-Campus Sauerland. „Da gibt es drei Möglichkeiten. Entweder ein Mediziner verlegt seine Praxis hierher. Alternativ kann er eine Zweitpraxis eröffnen, die er zu speziellen Sprechstunden betreibt. Schließlich kann er ausgelagerte Praxisräume im Campus ansiedeln.“

Letzteres sei etwa beim Thema Dialyse möglich. Bei ausgelagerten Praxisräumen gehe es um bestimmte Leistungen, die ein Mediziner delegiere. Der Arzt sei nicht selbst vor Ort. „Sogenannte Intensivschwestern führen dort in seinem Namen diese Leistungen durch“, erläutert Jakschies.

Abschließend ist der Geschäftsführer der Betreiber-Gesellschaft zuversichtlich, den anvisierten Zeitrahmen einzuhalten. Bereits zum 1. Januar 2013 sei geplant, das neue Balver Gesundheits-Zentrum zu eröffnen. „Es herrscht Einvernehmen mit der Bezirks- wie auch der Landesregierung, mit den Krankenkassen und auch mit der kassenärztlichen Vereinigung.“

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