„Die Hölle von Eisborn“

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Sichtlich froh nahm Silke Gillhaus (Vorne, Mitte) am Sonntag Urkunde und Schleife für den ersten Platz auf der 102 Kilometer Strecke entgegen. Ulrike Jones (Zweite von rechts) beendete ihren Ritt bei Kilometer 67 zugunsten ihres Pferdes und wurde Zweite.

Eisborn - Was für ein Empfang nach 102 Kilometern für Silke Gillhaus auf ihrem Pferd Finiya am Sonntag. Die beiden hatten sich für die längste Strecke des Distanzritts in Eisborn entschieden und waren dafür ab 7 Uhr unterwegs.

Mit ihnen war Ulrike Jones auf Dundee unterwegs. „Bei Kilometer 67 habe ich abgebrochen“, sagte sie, die sich dafür zugunsten ihres Pferdes entschieden hatte. Dem mit 21 Jahren ältesten teilnehmenden Pferd an diesem Tag ging es, nachdem es sich auf dem Reitplatz am Plauderbaum ausgeruht hatte, später wieder besser.

Auch über Binolen führte es die Reiter bei der jährlichen Veranstaltung. Auf der längsten Strecke legten die Pferde etwa 3000 Höhenmeter zurück.

Und so wartete die Langdistanzreiterin gespannt auf ihre Pferdefreundin; beide kommen aus Anröchte und haben schon diverse lange Strecken absolviert. Aber die „Hölle von Eisborn“ ist doch etwas ganz Besonderes – 3000 Höhenmeter werden auf den 102 Kilometern zurückgelegt, wobei drei Pausen vorgeschrieben sind.

„Ich wollte vor dem Time Out um 21 Uhr im Ziel sein“, hatte sich Silke Gillhaus nur diese Vorgabe gesetzt. Um 20 Uhr überquerte sie schließlich die Ziellinie, gefeiert wie ein Star. Finiya, 13, ließ sich derweil die Möhren und den Hafer schmecken. Es galt, noch etwas zu bangen, denn die Tierärztin Tatjana Stammen musste dem Pferd den Puls messen und das Trabverhalten begutachten. Doch dann, als diese zufrieden den Daumen nach oben streckte, jubelte auch Silke Gillhaus erleichtert.

Die Siegerehrung war der Höhepunkt und zugleich Abschluss des 41. Distanzritts, den die Freizeitreiter Eisborn ausrichteten. Begonnen wurde am Samstag mit der Kinderdistanz über sieben Kilometer mit neun Startern. Von 7 bis 9.20 Uhr fanden am Tag darauf die Starts für die 37 und 70 Kilometer statt. Dabei musste ein Schock verkraftet werden, stürzte doch eine Reiterin beim Aufstieg auf ihr Pferd so schwer, dass ihre Verletzungen im Krankenhaus behandelt werden mussten.

Reiterin bei Aufstieg verletzt

So gingen zehn Reiter auf die 70 Kilometer, den ersten Platz auf dieser Strecke machte die Radevormwalderin Stephanie Scharr mit ihrem Andalusier-Mix Kiwi. 23 Reiter bewältigten die 37 Kilometer Strecke, in der Kategorie Großpferde wurde die Mellenerin Sarah Schakeit mit ihrem Arabischen Vollblut Midar erste, bei den Kleinpferden schaffte es die Beckumerin Melanie Mertens auf ihrem deutschen Reitpony Bolero.

Die in den vergangenen Jahren angebotenen 80- und 60-Kilometer-Strecken hatte der Veranstalter aus dem Programm genommen, sollte doch diesmal mit der 102-Kilometer-Distanz etwas Besonderes geboten werden. Jeder Teilnehmer bekam vom Vorsitzenden Bernhard Dornsiepen eine Urkunde, eine Reitschleife und einen Ehrenbecher mit dem Aufdruck: „Die Hölle von Eisborn 2017“ überreicht. 1997 ist dieser Begriff geprägt worden und wird seitdem mit Distanzritten im Bergdorf in Verbindung gebracht.

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