Förderverein möchte neue GmbH unterstützen

Der Vorsitzende des Fördervereins Hubertus Mühling, Geschäftsführerin Hiltrud Schulte und Dr. Jürgen Schmitz informierten die Mitglieder über die zukünftigen Handlungsmöglichkeiten.

BALVE ▪ 40 von 396 Mitgliedern nahmen am Donnerstag an der Mitgliederversammlung des Fördervereins St. Marienhospital Balve teil – der letzten unter diesem Namen. Weil mit der Auflösung des Krankenhauses auch die Geschäftsgrundlage wegfällt, soll im nächsten Jahr eine neue Satzung entworfen werden. Dafür gab es am Donnerstag grünes Licht von der Versammlung für den Vorstand. Von Julius Kolossa

„Historisch“ nannte Balves Bürgermeister Hubertus Mühling die Versammlung, fand sie doch erstmals nicht in der Cafeteria des Krankenhauses, sondern im Realschul-Foyer statt und hatte sie doch eine vorbereitende Wirkung für die Mitgliederversammlung im Januar. Dass erst kurz vor Jahresschluss die Mitglieder eingeladen wurden, begründete Mühling damit, dass vieles geregelt werden musste.

Juristischen Beistand gab es von Rechtsanwalt und Notar August Watermann, der mehr als einmal in der eineinhalbstündigen Versammlung die Wogen glätten musste. So wies er darauf hin, dass nach einer Satzungsänderung der Förderverein weiter bestehen kann. Die andere Optionen: „Auflösen oder ruhen lassen.“ Doch so weit wird es nicht kommen, entschieden sich doch 39 Mitglieder dafür, die GmbH finanziell zu unterstützen, die das Krankenhaus und Teile seines Inventars gekauft hatte. Mehrheitseigener Familie Hertin hatte mit Engelbert Prinz von Croy den Kauf getätigt. Das Krankenhaus selbst hat den symbolischen einen Euro gekostet, für das Inventar wurden nach Angaben von Martin Gruschka, Gesellschafter vom Gesundheitscampus, über 200 000 Euro bezahlt. Zurzeit bestünde noch eine Finanzierungslücke in Höhe von 70 000 Euro. Ist alles bezahlt, geht die Immobilie an die Bürgerstiftung als Betreibergesellschaft über. Da passt es, dass sich das Guthaben des Fördervereins auf über 67 000 Euro beläuft. Weitere Einnahmen sind durch die im Rahmen der Versammlung beschlossene Einziehung der Mitgliedsbeiträge für dieses Jahr garantiert. Bisher sind diese, so Geschäftsführerin Hiltrud Schulte, wegen der Krankenhausschließung nicht eingezogen worden. Erst nach einem Antrag aus der Versammlung wird dies nachgeholt. In ihrem Geschäftsbericht ging die Geschäftsführerin auch darauf ein, dass 1400 Euro an Spenden eingenommen wurden. 18 Austritte und vier Neueintritte waren zu verzeichnen. Gestoppt wurden die zuvor für das Krankenhaus genehmigten Zuschüsse in Höhe von 20 000 Euro für die Proktologie und 30 000 Euro für ein Röntgengerät.

Zufrieden waren nach der Abstimmung über den Verwendungszweck viele, leer ging dagegen das Altenpflegeheim St. Johannes aus. Heimleiter Franz-Josef Rademacher hatte ebenso wie die gGmbH seine Wünsche angemeldet. Seine Liste war lang: Sinnesgarten, neuer Bulli, Umbau der Zwei-Bett- in Ein-Bett-Zimmer. „Balve steht sowohl vor der Herausforderung der medizinischen Versorgung, als auch der des demografischen Wandels“, sagte Rademacher. „Das Altenpflegeheim muss langfristig etabliert werden, um in Balve alt werden zu können.“ Er machte sich für das Wohl seiner Einrichtung stark, sah dabei aber auch die „desaströse Situation“ für die Heimbewohner, die in weit entfernte Krankenhäuser gefahren werden müssen, ein.

So prallten zwei wichtige Themen aufeinander; doch nur eines profitierte von der Aufbruchstimmung. Diesen Beschluss nahm Hubertus Mühling mit in die Vorbereitung des Vorstands für die Versammlung 2013, in der die Weichen für den Förderverein neu gestellt werden. „Diese heutige Abstimmung ist nur eine Probeabstimmung“, betonte er, dass an diesem Abend noch nicht das letzte Wort gesprochen sei. Dieses soll nach Vorlegen der neuen Satzung erfolgen.

Hinter dem Förderverein lag ein Jahr mit Höhen und Tiefen, wurde doch vor einem Jahr das Aus für das Krankenhaus verkündet, und wenig später der Einsatz von engagierten Balvern für einen Neuanfang bemerkt. Kritisiert wurde von einigen Mitgliedern die mangelnden Informationen vom Förderverein, als das Schicksal des Marienhospitals bereits feststand. Es hätte reagiert werden sollen, als die Eigenständigkeit nicht mehr gegeben, und das Hospital nur noch als Betriebsstätte der Hospitalvereinigung fungierte.

Der Vorstand wurde schließlich mit 37 Ja-Stimmen, einer Nein-Stimme und zwei Enthaltungen entlastet.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare