Balve ist „Fairtrade-Stadt“

Die Band „20sechzig“ unterhielt die Gäste nach der offiziellen Auszeichnung.

BALVE -  „Balve spielt ab sofort mit Rom, London und San Francisco in der Championsleague“, rückte Manfred Holz, Ehrenbotschafter von Fairtrade Deutschland, am Samstag die Auszeichnung der Hönnestadt als „Fairtrade-Stadt“ in einen globalen Zusammenhang. Deutschlandweit sei Balve die 225. zertifizierte Stadt, 200 befinden sich noch im Warteverfahren. „Und als erste Fairtrade-Stadt im Märkischen Kreis hat Balve hier Vorbildcharakter.“

Von Julius Kolossa

Darüber freute sich besonders die Dritte-Welt-Gruppe, die sich seit 29 Jahren für den fairen Handel einsetzt. Andrea Schulte war von dieser Institution in der Lenkungsgruppe für den Verlauf der Zertifizierung tätig, und stellte fest: „Gemeinsam mit den Balvern sind alle erforderlichen Kriterien erfüllt worden. Gemeinsam werden wir den fairen Weg weiter gehen.“

Der Lenkungsgruppe, der von Bürgermeister Hubertus Mühling und Landrat Thomas Gemke in dieser Feierstunde ein großer Anteil am Gelingen zugestanden wurde, gehörten außerdem Birgit Schäfer, Hermann Krekeler, Heinz Rapp, Brigitte Herrmann, Egbert Herrmann, Sigrid Schmidt, Elisabeth Tillmann und Sabine Stock-Fälsch an.

Die Arbeit dafür begann mit einem Ratsbeschluss als formale Grundlage. Bürgermeister Hubertus Mühling: „Durch Ehrenamtliche hat der faire Gedanke Einzug in das Leben der Stadt gehalten.“ Landrat Thomas Gemke: „Um Arbeit Wert zu schätzen, sollten wir auch bereit sein, mehr zu zahlen.“ Denn etwas teurer sind die insgesamt 2500 Produkte, die mit dem Siegel ausgezeichnet sind, schon; dafür ermöglichen sie aber auch eine Einkommenssteigerung der Kleinbauern, die damit die Lebensqualität ihrer Familien steigern können. „Um diesen Mehrpreis bewusst zu machen, muss größere Transparenz hergestellt werden“, so Thomas Gemke, der sich viele Nachahmer im Kreis wünscht: „Dies ist ein Vorzeigeprojekt.“

Glückwünsche gab es auch von Bundestagsabgeordneter Christel Voßbeck-Kayser und von der Landtagsabgeordneten Inge Blask. Dass diese von möglichst langer Dauer sein mögen, das wünschte Faitrade-Ehrenbotschafter Manfred Holz, denn das Siegel wird nur für zwei Jahre verliehen – danach würde die Einhaltung die Kriterien neu überprüft. Für ihn ist der Einkauf von fair gehandelten Produkten kein „Beruhigungsmittel, sondern eine Alternative, denn es kann ein Maßstab sein, die Lieferketten fair zu gestalten.“

So sei auch der Kauf keine Spende, sondern vielmehr ein konkreter Beitrag zur Armutsbekämpfung. Balve hat dazu einen großen Beitrag geleistet: „Eine familienfreundliche Stadt mit hoher Lebensqualität.“ Sie stünde mit der Auszeichnung in der seit 2009 mit Saarbrücken als erster „fairen Stadt“ in einer guten Tradition.

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