Mit Lust gegen den Frust

Drei, die in einem Boot sitzen (von links): Iris Grevener, Maria Harbich und Elvira Engel mit dem Schweinehund, den sie beim Abnehmen überwunden haben

BALVE ▪ Den größten Schritt in ein unbeschwerteres Leben haben Elvira Engel, Iris Grevener und Maria Harbich bereits getan: Gemeinsam nahmen die drei Garbeckerinnen 53 Kilo ab. Von Annette Kemper

Nach der vorigen Weihnachtssaison war endgültig klar: Es muss ich etwas verändern. „Ich hatte allmählich gemerkt, dass ich etwas für meine Gesundheit tun muss“, war Engel aufgefallen.

Auch Harbich brachten gesundheitliche Probleme dazu, Gewicht verlieren zu wollen. Grevener nickt ebenfalls zustimmend: „Ich passte nicht mehr in meine alten Klamotten. Ich habe mich sehr unwohl in meiner Haut gefühlt“, erinnert sie sich an ihren Auslöser zurück.

„Man war nur gefrustet. Das hätte man nach außen aber nicht gezeigt“, lässt Engel etwas traurig ihre alten Verhaltensweisen Revue passieren: „Da hat man lieber Witze über sich selbst gemacht – bevor es jemand anders tut.“

Darum fiel im Januar die Entscheidung: „Wir wollen abnehmen.“ Deswegen meldeten sich die drei bei der neuen Weight-Watchers-Gruppe in Balve an. Seitdem hat sich Einiges bei den Frauen getan: Acht Monate sind vergangen, ihr Wohlfühlfaktor ist gestiegen.

„Ich trage zwei ganze Kleidergrößen weniger“, freut sich Grevener. Auch Engel kann auf eine enorme Körperveränderung zurückblicken: Musste sie am Anfang des Jahres noch Kleidung der Größe 48 suchen, kann sie sich jetzt bei Konfektionsgröße 40 umsehen. Das sei ein tolles Gefühl.

„Ich merke, dass sich mein gesundheitlicher Zustand durch die fehlenden Kilos unglaublich gebessert hat“, zieht Harbich eine Bilanz. Diese fällt auch bei den anderen sehr positiv aus: „Jetzt geht es mir gut. Wirklich gut. Und man wird von der Außenwelt bestätigt, dass man auf dem richtigen Weg ist“, so Engel.

Sie habe außerdem mehr Spaß am Leben bekommen. Auf die Frage, ob es Neider in ihrem Bekanntenkreis gebe, müssen alle drei lachen: „Neider nicht“, erzählt Grevener, „aber genug Leute, die jetzt auch abnehmen wollen.“

Für ihr endgültiges Abnahmeziel wollen die drei gemeinsam noch 27 Kilo abnehmen. Ganz wichtig sei, findet Engel, „dass wir nicht Diäten, sondern eine Ernährungsumstellung machen.“ Vom Hungern halten die drei wenig. Zudem hätten sie den Sport für sich entdeckt: „Wir bewegen uns seitdem definitiv mehr“, sind sie stolz auf ihre Aktivität.

„Ich kann jetzt aktiv am Sport teilnehmen“, ist Harbich begeistert. „Man ist dabei, sitzt nicht immer nur zu Hause“, sieht sie einen weiteren Pro-Faktor beim neuen Lebensgefühl. „Der Zusammenhalt in der Gruppe ist top. Sie ist für mich der Grund, weiter zu machen. Das gegenseitige Aufbauen, der Spaß, das Austauschen – das kann ich alleine nicht“, gibt Engel zu. „Wir sind alle in einem Boot“, führt sie weiter aus.

Denn jeder sei mal gefrustet, jeder führe mal in den Urlaub und habe dann Angst vor einer Zunahme. Trotzdem klappt es: „Ich bin auf alle verdammt stolz“, sagt Gruppenleiterin Susanne Willaschek über die Leistungen.

Früher hat Engel am liebsten „alles Pfui-Essen“ zu sich genommen. Dazu gehörten insbesondere mit viel Käse überbackene Aufläufe; bei Grevener war Sahne nicht aus der Küche wegzudenken.

Heute haben sie neue Lieblingsgerichte für sich gefunden: Alle drei sind völlig überzeugt von Nudeln mit Hähnchenbrustfilet und Blattspinat, von Thunfischtomatensoße und Couscoussalat. „Total lecker“, loben die drei das Rezept.

Das Fachsimpeln über richtiges Essen gehört für das Trio mittlerweile zum Abnehmen dazu. Tipps und Rezepte werden ausgetauscht. Engel fasst schließlich zusammen: „Es ist nie zu spät, mit dem Abnehmen anzufangen.“

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