Pia Spiekermann übernimmt

Eisborn: Dieses Thema steht für die neue Ortsvorsteherin ganz oben auf der Agenda

Eisborn: Pia Spiekermann hat ihren ersten Termin als Ortsvorsteherin am Sonntag. Dann wird sie einen Kranz niederlegen.
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Pia Spiekermann hat ihren ersten Termin als Ortsvorsteherin am Volkstrauertag. Dann wird sie einen Kranz niederlegen.

Pia Spiekermann (CDU) ist die erste Frau, die als Ortsvorsteherin in und für Eisborn tätig sein wird.

„Am Volkstrauertag übernehme ich symbolisch die Amtsgeschäfte von Martin Danne, mit dem ich den Kranz am Ehrenmal für die Toten, Gefallenen und Vermissten aller Kriege niederlegen werde“, erzählt sie von ihrer bevorstehenden ersten Amtshandlung, die am Sonntag coronabedingt allerdings nur in kleinem Rahmen und ohne Öffentlichkeit stattfinden wird.

Offiziell ins Amt eingeführt ist Spiekermann bereits. Ihre Ernennungsurkunde als Ehrenbeamtin auf Zeit erhielt die 50-Jährige in der vergangenen Woche im Rahmen der ersten Sitzung des neuen Rates aus den Händen von Bürgermeister Hubertus Mühling.

Spiekermann möchte vor Ort etwas bewegen

Dass Pia Spiekermann die einzige Frau im Stadtgebiet ist, die als Ortsvorsteherin vereidigt wurde, ist ein weiteres Novum. Diese Fakten nimmt sie zur Kenntnis, sieht aber dabei viel mehr die Würde des Amts und die damit verbundenen Herausforderungen. „Ich kann hier vor Ort kommunal etwas bewegen und erreichen. Als direkte Ansprechpartnerin stehe ich den Eisbornern immer zur Verfügung.“

Verwurzelt ist sie im Dorf durch ihre Mitarbeit in der Pfarrgemeinde, so zunächst im Pfarrgemeinderat, jetzt im Gemeindeteam. Aber auch in der Schützenbruderschaft ist sie aktiv: 2004 sogar als Schützenkönigin mit ihrem Mann Christoph. „In Eisborn kennt man sich, und ist schnell im Gespräch“, weiß sie um die Vorteile.

Bewusster Verzicht auf das Ratsmandat

Dabei verzichtet Pia Spiekermann bewusst auf ihr Ratsmandat, auf das sie als Ortsvorsteherin Anspruch hätte. „Beide Aufgaben wären mir zu viel. Mit Jens Timmermann als Ratsherr für unser Dorf sind wir daher ein gutes Zweier-Team, das sich gegenseitig unterstützt.“

Ortsvorsteherin zu werden, diese Idee sei gewachsen in ihr, als die ab 2023 vom Unternehmen Lhoist vorgesehene Erweiterung des Kalksteinbruchs im Hönnetal um 80 Hektar in Richtung Eisborn vor zwei Jahren konkret Thema wurde. „Politik ist interessant“, hat Spiekermann herausgefunden. „Sie ist nicht fern von der Wirklichkeit.“ Und der Steinbruch, der stehe ganz oben auf ihrer Agenda. „Lhoist bat unser Dorf um die Fortsetzung der Gespräche mit einem neuen Moderator“, erzählt sie über den aktuellen Stand der Dinge. Erst im Juni erteilten die Eisborner einem Mediator eine Absage, der den Kontakt des Dorfes mit Lhoist herstellen wollte. Es sollte über Lösungen für anfallende Probleme im Rahmen der Steinbrucherweiterung wie Staub, Lärm und auch Ersatz für wegfallende Wege gesprochen werden. Jetzt hätten sich drei Mitglieder des Eisborner Bürgerforums auf einen neuen Moderator aus Dortmund geeinigt, mit dem die Gespräche fortgesetzt werden sollen.

Gesprächsrunde noch in diesem Jahr?

„Ich bin für eine erste Gesprächsrunde gerne noch in diesem Jahr“, hofft die Ortsvorsteherin. Sie sieht die Erweiterung dabei nicht als existenzgefährdend für ihr Dorf: „Die Arbeiten hören vor Eisborn auf, werden dann in Richtung Beckum und Deilinghofen weitergeführt.“ Daher gelte es, Eisborn attraktiv zu erhalten. „Der vor drei Jahren neugestaltete Dorfpark mit dem Kinderspielplatz werden toll angenommen und sind beliebte Anlaufpunkte.“ Es müsse aber auch an Treffpunkte für Jugendliche und ältere Mitbewohner gedacht werden. Deshalb sollen sogenannte„Erholungsoasen“ entstehen: „Eine Fläzliege oder ein Waldsofa an der Vogelstange könnte ich mir vorstellen.“

Gerne möchte die Neue in ihrer Amtszeit auch neue Bauplätze vorweisen können, denn die einzigen beiden großen Flächen stünden nicht zur Verfügung. „An der Vogelstange ist Lhoist der Eigentümer, und der Konzern gibt diese Bauflächen nicht ab; und dann ist da noch die Parkfläche unterhalb der alten Schule. Doch den wollen die Eisborner auf keinen Fall anrühren.“

Bauflächen sollen ausgewiesen werden

Diese Option, dieses städtische Grundstück als Bauflächen auszuweisen, hatte Bürgermeister Hubertus Mühling (CDU) nämlich vor etwa zwei Jahren angeboten. Pia Spiekermann: „Immer wieder höre ich von jungen Familien, dass sich diese in Eisborn niederlassen wollen, doch leider kein Baugrundstück finden. Bauland ist gefragt. Ich werde versuchen, dieses zu ermöglichen.“

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