Schnadt tritt in Eisborn an

UWG: Bürgermeisterkandidat will Stimmen bei den Steinbruch-Gegner bekommen

+
Die Männer und Frauen, die für die UWG im September in den Balver Rat einziehen wollen, präsentierten sich am Rande einer Mitgliederversammlung.

Balve – Bürgermeisterkandidat Lorenz Schnadt will für die UWG bei der Kommunalwahl am 13. September im Wahlbezirk Eisborn seine Stimmen holen.

Nachdem er in den vergangenen Monaten an Veranstaltungen rund um die von Lhoist geplante Steinbruchweiterung teilnahm, soll sich sein Engagement nun in Wählerstimmen auszahlen. 

Dagegen tritt in Garbeck, der Heimat von Lorenz Schnadt, erstmals Dirk Falkenbach für die Unabhängige Wählergemeinschaft an. „So einfach war die Besetzung der Wahlbezirke noch nie“, erklärte Lorenz Schnadt, als am Freitag die UWG über die Kandidaten für die Kommunalwahl und auch die Besetzung des Vorstandes abstimmte. „Wir haben eine große Bandbreite und gute Mischung von bewährten und jungen Ratskandidaten.“ So sei es auch bei der Reserveliste, die mit 21 Mitgliedern „noch nie so lang“ war. Hier sei ein Prozess der Erneuerung angestoßen mit jungen Leuten, die auf die Erfahrung der langjährigen Mitglieder bauen können. Schnadt macht sich wenig Sorgen um die Zukunft der UWG. So sieht es auch im Vorstand aus: Für den ausscheidenden Vorsitzenden Thomas Busche, der sich nach neun Jahren nicht mehr zur Wahl stellte, wurde Bernd Smid zum Nachfolger gewählt. 

Schnadt: "Ich bin unabhängig"

Keine große Überraschung war die Kandidatur von Lorenz Schnadt für das Amt des Bürgermeisters. „Wir haben in Balve die gleichen Kandidaten wie vor sechs Jahren“, stellte er, der zum dritten Mal bei der Wahl des Stadtoberhaupts antritt, fest. „Aber ich bin unabhängig“, betonte er. 

Schnadt hielt eine Lösung bereit, das Personal der Stadtverwaltung bei der Stange zu halten: „Weniger Leute und bessere Bezahlung.“ Diese neue Funktionsbewertung ginge über das seit Jahren in Balve praktizierte System der bisherigen Besoldung hinaus. Als Folge davon würden Mitarbeiter in umliegende Städte abwandern, wo besser bezahlt würde. Diese Fluktuation will er stoppen – dafür den Ausbau der Flächen im Gewerbegebiet und für den privaten Hausbau voranbringen. Neue Firmen könnten sich nach Abriss der Flüchtlingsunterkunft am Pickhammer („ein menschenunwürdiges Gebäude“) ansiedeln; Familien in Garbeck auf dem Liboriweg. Balve hätte Glück gehabt, auf dem „Thing“ und an den „Hönnewiesen“ genügend Flächen vorweisen zu können. 

"Primus-Modell": Eine Option für Balve?

Damit nicht genug, sieht der Bürgermeisterkandidat weitere Tätigkeitsfelder. So bei der U3-Betreuung. „Der Märkische Kreis ist das Schlusslicht in NRW. Balve ist dabei das Schlusslicht im Märkischen Kreis.“ Dabei könne diese Betreuung am Standort der 2022 auslaufenden Hauptschule zentral umgesetzt werden. „Von U3 bis zur Realschule an einem Ort“, stellte er das von ihm bevorzugte so genannte „Primus-Modell“ vor, das in angloamerikanischen Ländern umgesetzt werde. Es wäre eine Idee für die Nachnutzung am Krumpaul. Und dann gibt es noch die Aufwertung der Höhle, der er sich annehmen werde. Dass die bisherigen Vorschläge zur Neugestaltung des Eingangs und die Umgestaltung des Schützenheims in ein Museum abgelehnt wurden, will er sich nicht so einfach akzeptieren. 

Zufrieden blickte er als Fraktionsvorsitzender auf die Arbeit in der vergangenen Ratsperiode zurück. Denn immerhin seien die meisten Anträge von der UWG eingebracht worden, und dabei teilweise auch die „Mehrheitsfraktion vor uns hergetrieben worden“. Für seine Wählergemeinschaft sei zu verbuchen, dass die Förderung in Höhe von 5000 Euro zugunsten des Festspielvereins durchgesetzt wurde.

Die UWG-Kandidaten: Direktkandidaten, in Klammern der Listenplatz: Wahlbezirk 1: Matthias Glasmacher (8); Bezirk 2: Hendrika Busche (21); Bezirk 3: Daniel Pütz (12); Bezirk 4: Peter Glasmacher (8); Bezirk 5: Dominik Hoffmann (5); Bezirk 6: Heinrich Stüeken (7); Bezirk 7: Horst Schnell (6); Bezirk 8: Paul-Martin Perschke (11); Bezirk 9: Susanne Schnadt (3); Bezirk 10: Rainer Prumbaum (9); Bezirk 11: Annika Smid (16); Bezirk 12: Lorenz Schnadt (1); Bezirk 13: Dirk Falkenbach (4); Bezirk 14: Bernd Smid (2); Bezirk 15: Thomas Busche (10); Bezirk 16: Martin Severin (13).

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare