Balve bekommt ein eigenes Stadtarchiv

Noch lagert Balver Archivgut im Kreisarchiv in Altena.

BALVE ▪ Protokollbücher, Behördenunterlagen, Akten – 75 laufende Meter an Archivgut aus Balve lagern derzeit im Kreisarchiv in Altena. Zumindest alle Schriftstücke bis Ende der 1970er Jahre. Ein Vertrag, der die Zusammenarbeit regelt, ist vom Märkischen Kreis zum 27. März 2010 gekündigt worden. Fehlende sachliche und personelle Ressourcen wurden als Grund angegeben. Das Archivgesetz verpflichtet die Stadt aber, ein eigenes Archiv einzurichten und zu unterhalten.

Vorgesehen ist dafür nun der bisherige Traforaum der Realschule, der aufgrund der Heizungsumstellung frei wird. Wie Bürgermeister Hubertus Mühling dem Ausschuss für Schule, Kultur, Soziales und Sport am Mittwoch mitteilte, hat für diesen Plan auch das Archivamt des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe grünes Licht gegeben. Für den Umbau des Raumes veranschlagt die Verwaltung 4 500 Euro.

Auch der Ausschuss unterstützt das Vorhaben einstimmig, sodass nur noch der Rat seine Zustimmung geben muss.

Um das Archiv zu betreuen, soll niemand eingestellt werden. Verwaltungsmitarbeiter Reimund Schulte wird die Aufgabe übernehmen. Zudem setzt Mühling auf die Unterstützung des Landesarchivars und der Archivare anderer Städte. Pfarrarchivar Rudolf Rath bot darüber hinaus seine Hilfe an.

Zunächst wird Schulte die Unterlagen, die seit etwa 1975 im Keller des Rathauses lagern, in das Archiv bringen. Eine „Mammutaufgabe“, wie er sagt. In einem zweiten Schritt ist geplant, das Balver Schriftgut aus Altena in die Heimat zu überführen.

Die Balver Abteilung im Kreisarchiv wird übrigens am stärksten frequentiert, weiß Reimund Schulte. In einigen Jahren werden die Besucher alle Unterlagen an einem Ort vorfinden. Die Stadt begreift ein eigenes Archiv deshalb nicht nur als Pflicht, sondern auch als Chance. ▪ acn

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