Bahnbrücke für Ortsumgehung Garbeck im Bau

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Seit April wird an der Bahnbrücke gebaut, unter der später die Kreisstraße 12n herführen wird. Ende August wird der Bau an seine eigentliche Position geschoben. Die Bagger schaffen dafür schon mal Platz. ▪

BALVE ▪ Kaum sichtbar gehen die Arbeiten für den Bau der Ortsumgehung in Garbeck voran. Derzeit ist die Deutsche Bahn damit beschäftigt, hinter der Firma Rickmeier eine Brücke für den Schienenverkehr zu bauen. Im Anschluss wird der Kreis mit dem Straßenbau weitermachen, eine Pumpstation, ein Klär- und ein Regenrückhaltebecken errichten. Von Annabell Niemand

Thomas Meyer vom Straßenbauamt des Märkischen Kreises erklärt, dass unter der Bahnbrücke in Zukunft der Verkehr über die Kreisstraße 12n rollen soll. Spätestens Anfang Oktober sollen die Arbeiten an der Brücke abgeschlossen sein. „Dann kommen wir mit dem Straßenbau“, sagt Meyer. Unter der Bahnbrücke entstehe ein Trog. „Man kann sich das wie eine Badewanne vorstellen – nur, dass das Wasser außen bleibt“, erklärt er.

Für einen großen Straßeneinschnitt westlich der Bahnlinie sollen 60 000 Kubikmeter Erde abgefahren werden. Denn die Straße wird tiefer als das jetzige Gelände liegen. Der Trog bildet den Übergang.

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Bahnbrücke für die K12n

„Wir sind optimistisch, 2012 fertig zu werden. Spätestens aber Anfang 2013“, berichtet Meyer. Es habe Verzögerungen gegeben: „Die Bahn und wir haben Probleme mit unwahrscheinlich hartem Fels.“ Zudem müssten die Arbeiten EU-weit ausgeschrieben werden – ein zeitaufwändiges Verfahren.

Ob die veranschlagten 12 Millionen Euro für den Bau der Ortsumgehung reichen, könne derzeit nicht gesagt werden. „Das wissen wir erst nach den Ausschreibungen.“ Sicher ist: „Der Trog, der Einschnitt und die Nebenanlagen sind der dickste Brocken in der Ausschreibung.“

Auch die Bahnbrücke ist in den eingeplanten Millionen enthalten. Um den Bau kümmert sich aber die Deutsche Bahn. „Die Brücke, auf der sie fährt, möchte sie auch selber bauen“, so Meyer.

Lars Kretschmann, Bauüberwacher der Bahn, berichtet, dass die Arbeiten seit April laufen. Die Brücke werde neben der Strecke errichtet und Ende des Monats in ihre eigentliche Position geschoben. Momentan ist die Bahnstrecke gesperrt, weil Platz für das Bauwerk geschaffen wird.

„Zuerst haben wir auf einer Länge von 80 Metern das Gleis zurückgebaut“, sagt Polier Jörg Siegel von der Klostermann Baugesellschaft, die mit dem Bau betraut ist. Derzeit werden 9 000 Kubikmeter Boden abgetragen. Ob des Gesteins sind Bagger mit Felsmeißel und Reißzahn angerückt. Auf der anderen Seite dreht sich ein Drehbohrgerät fast unaufhörlich in den Boden, um Verankerungspunkte für die Brücke zu setzen.

„2200 Tonnen wird der Stahlbetonbau am Ende auf die Waage bringen“, sagt Siegel. Gute zwei Stunden werde es dauern, die Brücke 24,7 Meter diagonal zu verschieben. „Er wird mit einer Hydraulikpresse auf einer Verschubbahn in die Endstellung gebracht“, erklärt Lars Kretschmann. „Dann haben wir eine Durchfahrtsbreite von zwölf und eine Höhe von 4,5 Metern.“

Die Bahnsperrung kommt auch der Stadt Balve gelegen, die im Gewerbegebiet Braukessiepen zwei Kanäle und einen Durchlass für den Höveringhauser Bach baut. Ab dem 31. August soll der Schienenverkehr wieder rollen.

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