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„Backkunst“ in Mellen soll wieder aufleben

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Von: Julius Kolossa

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Holten am Sonntag die ersten Brote aus dem Steinofen in der renovierten Backstube im Landmarkt in Mellen: Bäckermeister Herbert Steinweg (links) und Björn Freiburg.
Holten am Sonntag die ersten Brote aus dem Steinofen in der renovierten Backstube im Landmarkt in Mellen: Bäckermeister Herbert Steinweg (links) und Björn Freiburg. © Kolossa, Julius

Björn Freiburg hat seine Backstube mit den 100 Jahre alten Steinöfen im Mellener Landmarkt renoviert, und dieses Ergebnis der Bevölkerung am Sonntag bei einem Backtag präsentiert.

Mit dieser Initiative möchte Freiburg den Mellenern etwas zurückgeben, denn in der Backstube wurden über viele Jahrzehnte die Brote und andere Backwaren für die Versorgung des Dorfes gebacken.

Bäckermeister Herbert Steinberg war der bisher letzte seiner Zunft, der hier mit seiner Bäckerei bis 2014 tätig war. Anschließend übernahm Björn Freiburg die Immobilie an Mellens Hauptstraße und nahm nach und nach einige Neuerungen vor. Neben dem 24-Stunden-Kiosk gehört eine Ehrenamtskneipe dazu. „Und nun auch wieder die Backstube“, erzählt Freiburg der Redaktion. Für die Arbeiten hat Freiburg Fördermittel über das Leader-Programm in Höhe von rund 20 000 Euro erhalten.

Sechs Kabelbrände entdeckt

Die Renovierung der Backstube mit ehrenamtlichen Helfern und Fachleuten heimischer Firmen sei nicht nur wegen der Optik von Boden, Wänden und Decken dringend notwendig gewesen: „Beim Abklopfen der Fliesen haben wir sechs Kabelbrände dahinter gefunden.“ Im Laufe der Jahre müssten diese aufgetreten sein; dass daraus kein größerer Schaden entstanden ist, erstaunt Freiburg. „So etwas darf sich nicht wiederholen – die gesamte Elektrik und Elektronik wurde deshalb auf den neuesten Stand gebracht.“

In der renovierten Backstube soll künftig „die Backkunst in Mellen wieder aufleben“. Gute Dienste leisten nach wie vor die Öfen, die weitgehend in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten wurden. Einzig kaputte Fliesen wurden ersetzt.

Die ersten 100 Brote gebacken

Erste Steinofenbrote backte am frühen Sonntagmorgen wieder Herbert Steinberg, der auch in den vergangenen Jahren die Backstube sporadisch genutzt hatte. Björn Freibug ging ihm dabei zur Hand, und machte die Erfahrung: „Man muss sehr schnell sein.“ Am Ende kamen 100 Brote aus den Öfen. „So soll es an jedem ersten Samstag im Monat sein, wenn Herbert Steinberg frisches Brot backt, das dann im Landmarkt verkauft wird.“ Gehaltvoll ist dieses mit 80 Prozent Roggen- und 20 Prozent Weizenmehl.

Davon konnten sich die Besucher überzeugen, die am Sonntag diese Brote kauften. Dazu gab es ein buntes Rahmenprogramm. Für die Kinder gab es einen Streichelzoo mit Ziegen, Schafen und Hühnern. „Das ist mein Hobby“, so Freiburg über das Gesamtprojekt Landmarkt. Dabei rückt er die Backstube in den Fokus: „Von April bis Oktober können hier Familien und Urlauber nach Anmeldung mit dem Bäckermeister backen – oder aber die anliegende Küche nutzen.“ Diese ist voll ausgestattet. Genutzt wurde sie bislang unter anderem von Bäcker Jupp Baader aus Balve, der hier Spekulatius backt.

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