Ausschuss: Grundschule Langenholthausen soll selbstständig bleiben

BALVE ▪ Die Stadtverwaltung hat, in Abstimmung mit der Schulaufsicht, die Varianten A und B zur Wahl gestellt: Die Grundschule Langenholthausen kann geschlossen werden oder mit der Grundschule Balve einen Verbund bilden. Der Schulausschuss hat sich am heutigen Mittwoch für Möglichkeit C entschieden: Die Stadtverwaltung soll sich „für den unabhängigen und selbstständigen Erhalt der Grundschule Langenholthausen“ einsetzen. Von Annabell Niemand

„Insbesondere soll die Verwaltung in ihrer Funktion als Schulträger die Schulaufsichtsbehörde eindringlich bitten, die vakante Stelle des Schulleiters neu auszuschreiben“, heißt es in dem Beschlussvorschlag, der dem Rat am 29. Juni vorgelegt wird, weiter.

Eine intensive Debatte war dem Beschluss vorangegangen. Rund 70 Zuhörer – unter ihnen viele Eltern, Lehrer, Schulleiter und Vereinsvertreter – verfolgten die Diskussion und brachten ihren Standpunkt gelegentlich mit Applaus zum Ausdruck.

Zu Beginn sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Johannes Wortmann: „Wir vermissen von unserer Seite eine Alternative C.“ Deshalb stellte er sie vor.

Um Fragen zu beantworten, war Schulrätin Susanne Wessels, in Vertretung von Schulamtsdirektorin Annette Heinz, in den Sitzungssaal gekommen. Sigrid Schmidt (SPD) fragte: „Ist es rechtlich möglich, die Schule zu erhalten? Was nutzt es, wenn wir etwas unterstützen, was unmöglich ist?“ Wessels sagte: „Es ist eindeutig rechtlich nicht möglich.“ Tobias Müller (CDU) hakte nach: Er war im Schulgesetz, das vorsehe, kleine Grundschulen als Teilstandorte zu führen, über Worte wie „sollen“ und „möglichst“ gestolpert. „Das ist keine Vorschrift, das ist eine Empfehlung.“ Deshalb könne er nicht verstehen, dass die Schulleiterstelle nicht ausgeschrieben werde. Wessels räumte ein, dass die Bezirksregierung das letzte Wort habe und letztlich die Entscheidung treffe. „Die Bezirksregierung könnte also auch erlassen, die Schule beizubehalten?“, fragte Schmidt. „Unter Umständen schon“, antwortete die Schulrätin.

Susanne Wessels erklärte, dass Funktionsstellen nach der Größe der Schule ausgeschrieben werden. „Wenn man nicht sicherstellen kann, dass eine Schule über fünf Jahre gesichert ist, wird eine Stelle nicht ausgeschrieben.“ Eine Mindestzahl von 80 Schülern müsse da sein, jedes Jahr mindestens 18 Mädchen und Jungen eingeschult werden. Laut Schülerzahlprognosen ist das in Langenholthausen nicht der Fall. Nach wie vor ist das Argument der Grundschulbefürworter: Die Zahlen sind bis dato immer überschritten worden. Wessels: „Wir können nicht die mögliche Entscheidung einrechnen.“

Wenn die Bezirksregierung das Ersuchen der Stadt ablehne, komme die Entscheidung in der September-Sitzung wieder auf die Tagesordnung, erläuterte Fachbereichsleiter Michael Bathe.

Von allen Fraktionen wurde die Integrative Beschulung in Langenholthausen als Argument für den Standort angeführt. Auch im Falle eines Verbunds, so Wessels, würde der Schwerpunkt bestehen bleiben. „Das Einzige, was wegfällt, wäre ein Schulleiter am Teilstandort.“ Um der Schule einen „Schub“ zu geben, beantragte Heinrich Stüeken (UWG), die Grundschule zur barrierefreien Schule um- und auszubauen. Der Antrag wurde abgelehnt, auch wenn Johannes Wortmann sagte: „Grundsätzlich ist das eine gute Idee, die wir mit in die Beratungen nehmen.“

Außerdem wurde heute ein Raumbedarfsplan mit baulichen Vorschlägen für das Schulzentrum vorgestellt. Bericht folgt

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