Ausnahmezustand in der Höhle und auf den Straßen

Das Königspaar beim großen Umzug gestern. ▪

BALVE ▪ „Das Warten hat ein Ende“, gab Engelbert Prinz von Croy als Brudermeister der St. Sebastian-Schützenbruderschaft am Samstag bekannt. „Wir feiern wieder Schützenfest!“ Mit großem Jubel reagierten die Schützen in ihren Kompanien und die Bevölkerung auf diese Bekanntmachung von höchster Stelle.

Es war ein stimmungsvoller erster Schützenfesttag, an dem nicht allzu viele Worte gemacht wurden, dafür aber umso mehr Musik – und es eine Überraschung für Oberst Wilhelm Rademacher und Adjutant Andreas Fritz gab.

Diese hatte Bürgermeister Hubertus Mühling parat. Alles vorbereitet war am Rathaus für den Empfang der Schützen, deren Königspaar Stefan und Monika Rademacher und den Jubelpaaren Josef und Margret Klüppel (60 Jahre), Bernhardine Budde, die vor 50 Jahren mit Josef Budde (†) regiert hatte, Dieter Runte und Thea Lübke (40) sowie Martin Oberste und Veronika Budde (25). Diese reihten sich ab Haus Scheele in den Festzug ein, und machten sich zusammen mit den Briloner Schützen mit ihrem Präses und dem ehemaligen Balver Pfarrer Dr. Reinhard Richter auf zum Rathaus.

Dass hier der Vogel abgeholt wurde, hat Tradition. Darauf verwies Bürgermeister Mühling: „Die enge Verbundenheit der Schützen mit ihrer Stadt zeigt sich in dieser Geste.“ Neu waren zwei weiße Mammuts, die gesattelt und mit Schützenhut versehen, auf ihre Bestimmung warteten. „Diese possierlichen Tierchen tauchen immer mehr in Balve auf“, leitete Mühling ein. „Gerne stelle ich sie in den Dienst des Schützenfestes.“ Oberst und Adjutant hatten dann das Vergnügen, jeweils zum ersten Mal auf einem Mammut aufzusitzen. Ob zukünftig auf Mammuts im Festzug umgestiegen werde, das „wird in einer ausgiebigen Vorstandssitzung beschlossen“, versicherte der Brudermeister schmunzelnd vor dem Rathaus. „Es hatte irgendwie was von Ponyreiten“, beschrieb Andreas Fritz später, wieder hoch zu Ross, seine Erfahrung. „Die Idee war gut“, lobte Wilhelm Rademacher.

Unter Mitwirkung des Musikvereins Sundern und des Trommlerkorps Eisborn fand am Abend einer der Höehepunkte statt: der Große Zapfenstreich, dem sich Tanz und Geselligkeit anschlossen. „Geben wir noch einmal alles!“, gab König Stefan die Devise aus.

Gestern standen die Gefallenenehrung und das Festhochamt auf dem Programm. Am Nachmittag bekam der „große Festzug“ seine eigentliche Bedeutung, denn Königspaar Stefan und Monika Rademacher wurden mit Hofstaat von den vier Schützenkompanien, sieben Musikvereinen und Spielmannszügen von zu Hause abgeholt, und zur Höhle gebracht, wo das Schützenfest seine Fortsetzung nahm.

Heute wird der neue König ermittelt. Nach dem Kirchgang um 7.30 Uhr findet um 9.30 Uhr der Abmarsch zum Vogelschießen statt. Ab 10 Uhr wird nach den Ehrenschüssen die Jagd auf den Aar eröffnet. Um 13 Uhr gehört die Straße wieder den Schützen, denn diese kehren in die Stadt zurück und bringen den neuen König mit. Der Festzug mit den neuen Regenten findet ab 17 Uhr statt.

▪ Julius Kolossa

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