Auffahrunfall bleibt mysteriös

BALVE/MENDEN ▪ Er sei immer ein vorsichtiger und vorausschauender Kraftfahrer gewesen, beteuerte ein 52-jähriger Balver vor dem Mendener Amtsgericht. Vor sieben Monaten hatte er auf der Hönnetalstraße einen Unfall mit 15 500 Euro Fremdschaden verursacht, der nach wie vor Rätsel aufgibt.

Am Montagmorgen musste sich der Mann vor dem Amtsgericht wegen fahrlässiger Straßenverkehrsgefährdung verantworten. Am 27. August war er mit seinem Fahrzeug auf der Balver Hönnetalstraße stadtauswärts in Richtung Beckum unterwegs gewesen, als er plötzlich die Kontrolle über den Wagen verlor. In Höhe des Einkaufszentrums war er ungebremst auf ein vor ihm fahrendes Auto aufgefahren und hatte es mit Wucht nach rechts auf den Gehweg geschoben. Trotz des Aufpralls war das Fahrzeug des Angeklagten noch nicht zum Stehen gekommen, sondern hatte etwa 50 Meter entfernt ein weiteres Auto gerammt. Die Polizei hatte sich damals den Unfall zunächst nicht erklären können.

Dann stellte sich heraus: Bereits im April 2009 hatte der 52-Jährige einen ähnlichen Unfall verursacht. Da die Vermutung nahe lag, es könnte sich in den beiden Fällen jeweils um einen epileptischen Anfall als Ursache für den Kontrollverlust gehandelt haben, begab sich der Mann nach dem Unfall im August in die Hände Bonner Spezialisten. Hier konnte die Vermutung bisher jedoch noch nicht eindeutig bestätigt werden.

Vor Gericht zeigte sich der Balver, vertreten durch Rechtsanwalt Frank Einert, voller Reue. An den Hergang des Unfalls fehle ihm jede Erinnerung. „Ich wollte nur Brötchen holen. Das tut mir alles schrecklich Leid.“ Und er schien es tatsächlich ernst zu meinen. Denn als die als Zeugen geladenen Geschädigten den Gerichtssaal betraten, ließ es sich der Angeklagte nicht nehmen, ihnen die Hand zu reichen und sich persönlich bei ihnen zu entschuldigen.

Schließlich nahm der Tag ein glimpfliches Ende für den 52-Jährigen. Sein Verfahren wurde gegen Zahlung eines Bußgeldes in Höhe von 500 Euro eingestellt. Normalerweise hätte er daraufhin noch vor Ort seinen Führerschein zurückbekommen. Dieses Risiko wollte das Gericht aufgrund des noch ungeklärten Gesundheitszustandes des Mannes jedoch nicht eingehen. Jetzt hat der Balver sechs Wochen Zeit, ein Attest vorzulegen. Fällt es für ihn positiv aus, gibt’s den Führerschein zurück. ▪ jape

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