Auch Wolfgang Spiegel kämpft gegen die Neißeflut

Der Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau, durch den auch viele Balver schon geschlendert sind, wurde gestern vom Hochwasser der Neiße überflutet. Das mit Sandsäcken gesicherte Schloss stand wie auf einer Insel. ▪

BALVE / BAD MUSKAU ▪ Die Meldungen von dem Hochwasser, das die Stadt Bad Muskau in der Oberlausitz bedroht, haben am Sonntag und Montag auch viele Menschen in der Stadt Balve interessiert verfolgt. Immerhin unterhalten die St. Sebastian-Schützenbruderschaft und der Männerchor 1874 Balve schon seit vielen Jahren intensive Kontakte zu den dortigen Schützen und Sängern.

Engelbert von Croy, Brudermeister der St. Sebastian-Schützen, hatte allerdings bis Montagnachmittag noch keinen Kontakt nach Bad Muskau herstellen können. „Ich habe am Sonntagabend vergeblich versucht, Wolfgang Spiegel zu erreichen“, sagte er, wollte aber weiter am Ball bleiben, um sich beim Vorsitzenden der Muskauer Schützengilde nach dem Stand der Dinge zu erkundigen. Im Telefongespräch mit dem Süderländer Volksfreund sprach Spiegel, der als Feuerwehrmann nach eigenen Angaben seit Sonntagabend ununterbrochen im Einsatz war, am Montag von einer „dramatischen Lage für die Menschen hier“. Er selbst sei von der Flutwelle aber nicht betroffen, so Spiegel, der im Ortsteil Gablenz wohnt.

Bei Franz Klenner, dem Vorsitzenden des Männergesangvereins 1845 Bad Muskau, stand das Wasser am Montagnachmittag unmittelbar vor der Tür seiner Schmiede, die etwa 200 Meter von der Neiße entfernt liegt. „Es schien aber nicht weiter zu steigen“, berichtete Alexander Jedowski vom Balver Männerchor, der in Bad Muskau angerufen hatte. Auch Holger Rösler, Wirt der nur 150 Meter von der Neiße entfernten Gaststätte Hermanns-Theke, sei von der Flutwelle noch verschont geblieben.

Das Hochwasser hat in der Stadt an der Lausitzer Neiße seinen Scheitelpunkt am Montagmittag erreicht. Allerdings war Bad Muskau nicht ganz unvorbereitet gewesen. Nach Auskunft von Bürgermeister Andreas Bänder waren Technik und Mobiliar aus dem Neuen Schloss im Fürst-Pückler-Park in Sicherheit gebracht und das etwas erhöht im Landschaftspark stehende Schloss zusätzlich mit Sandsäcken gesichert worden. Eine Überflutung des Parks, der seit 2004 Unesco-Welterbestätte ist und den viele Balver bereits besucht haben, lasse sich allein schon wegen seiner Lage direkt an der Neiße nicht vermeiden. Seit Montagmittag lief der Park dann auch allmählich voll. Welche Schäden das Hochwasser dort tatsächlich anrichtet, ist noch offen. Bad Muskaus Bürgermeister rechnete aber nicht mit gravierenden Folgen.

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Vom Hochwasser bedroht war auch der ebenfalls zum Weltkulturerbe zählende Marktplatz. Der Versuch, die Bundesstraße 115 mit Sandsäcken zu schützen, scheiterte. Die Straße und auch der Grenzübergang nach Polen mussten gesperrt werden. Besonders tief liegende Häuser in Bad Muskau wurden geräumt und die Bewohner in Sicherheit gebracht.

Neben Beamten der Landes- und Bundespolizei waren in Bad Muskau auch etwa 130 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr im Einsatz, um die Folgen des schlimmsten Hochwassers seit 1981 abzumildern. ▪ vg

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